Abkühlung
Das Baden in Aare, Reuss und Rhein ist noch zu gefährlich

In Aare, Reuss und Rhein ist das Baden derzeit noch zu gefährlich. Dafür gibt es mehrere Gründe. Anders sieht es mit dem Badeplausch im Hallwilersee aus.

Marc Fischer
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Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft warnt derzeit noch vor einem Bad im Fluss – der Hallwilersee dagegen lockt. Archiv/key

Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft warnt derzeit noch vor einem Bad im Fluss – der Hallwilersee dagegen lockt. Archiv/key

KEYSTONE

Pünktlich zum Sommerferienbeginn zeigt sich auch das Wetter von der besseren Seite. Viel Sonne und Temperaturen bis zu 27 Grad sind für den Rest der Woche vorhergesagt. Und auch die Flüsse werden wärmer: Die Limmat etwa war bei Baden gestern Nachmittag 18,4 Grad warm. In der Reuss bei Mellingen wurden 18,8 Grad gemessen, der Rhein bei Laufenburg erreichte 19,2 Grad und die Aare bei Felsenau gar 19,4 Grad.

1835 ...

... Kubikmeter Wasser pro Sekunde floss am Montagnachmittag (Stand 16.20 Uhr) in Rheinfelden rheinabwärts. Deutlich zu viel, um im Rhein zu baden. Das SLRG-Rheinschwimmen in Basel etwa wird nur bis rund 1400 Kubikmeter durchgeführt.

Alles bereit also für einen Schwumm im Fluss? «Nein, davon sollte man jetzt noch die Finger lassen», sagt Philipp Binaghi, Leiter Kommunikation bei der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG). Einzig in der Limmat wäre ein Bad «okay», so Binaghi. Seine Warnungen untermauert Binaghi für den Rhein mit Zahlen: Im Bodensee herrsche immer noch Gefahrenstufe zwei und im Fricktal führe der Rhein noch über 1800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. «Das grosse SLRG-Rheinschwimmen in Basel wird aber nur bis rund 1400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durchgeführt», nennt Binaghi eine Vergleichsgrösse.

Im Hallwilersee ist Baden möglich

Auch in Reuss und Aare seien die Bedingungen noch zu schwierig und zu gefährlich für ein Bad im Fluss. «Am Wochenende gab es einen SLRG-Kurs für Flussexperten», weiss Binaghi, «alle haben gesagt, es sei sehr hart gewesen. Wäre es kein Expertenkurs gewesen, hätten wir ihn sicher abgesagt.» Neben den grossen Wassermengen sei auch die Temperatur ein Problem, so Binaghi weiter. «Es ist noch ziemlich kühl und die Wassertemperaturen schwanken noch stark.»

Wer derzeit unbedingt in einem offenen Gewässer baden will, der sei im Hallwilersee am richtigen Ort, rät Philipp Binaghi. Tatsächlich ist das Wasser im See deutlich wärmer als in den Flüssen. Gestern Nachmittag wurden in Tennwil 22,2 Grad gemessen. «Heute Abend finden im Hallwilersee auch die ersten begleiteten SLRG-Schwimmen statt.»

Wie lange die Aargauer Wasserratten noch auf das Baden in den Flüssen verzichten müssen, sei schwierig abzuschätzen, so Binaghi. Einerseits hänge es davon ab, ob es in den kommenden Tagen zu Regenfällen komme oder nicht. Und andererseits sei massgebend, welche Entscheide an Neuenburger-, Bieler- und Murtensee getroffen werden. «Die drei Seen werden derzeit noch gestaut», so Binaghi.

Baderegeln einhalten

Die Sommerferien haben gerade erst begonnen und die Situation werde sich sicher entspannen, sagt Binaghi – und ruft bereits jetzt in Erinnerung, dass es auch bei weniger gefährlichen Bedingungen Grundregeln zu beachten gilt. «Eine davon ist, dass man unbekannte Flussabschnitte am Ufer ablaufen sollte, bevor man sich ins Wasser wagt», so Binaghi. Und: «Man muss die eigenen Grenzen kennen und sie vor allem auch anerkennen.»