Erdwärme
Das Aus der Geothermie in St. Gallen lässt die Aargauer kalt

Im letzten Sommer kam es beim Geothermieprojekt in St. Gallen zu einem Erdbeben. Trotz dieser Probleme halten die Verfechter eines Erdwärmekraftwerks im Aargau an ihrem Ziel fest.

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Der Bohrer des St. Galler Geothermie-Projektes (Archiv)

Der Bohrer des St. Galler Geothermie-Projektes (Archiv)

Keystone

Die Verantwortlichen in St. Gallen teilten zudem letzte Woche mit, dass ihr Geothermieprojekt nicht wie geplant umgesetzt werden kann. Produktionstests haben ergeben, dass die Bohrung im Sittertobel ungenügende Mengen heissen Wassers erschlossen habe.

«Das Projekt darf aber nicht als gescheitert betrachtet werden», hält Mark Eberhard, Präsident des Vereins Geothermische Kraftwerke Aargau, in einer Mitteilung fest. Zum einen scheinen nach wie vor gute Chancen für eine alternative Nutzung zu bestehen.

Zum anderen lieferte das Projekt wertvolle Erkenntnisse für die nachfolgenden Geothermieprojekte. So habe die Bohrung in St. Gallen nochmals unterstrichen, dass ein Geothermiekraftwerk im Schweizer Mittelland realisierbar ist.

Der Aargau verfüge nun nachweislich über die technischen Mittel, diese Vorkommnisse zu erschliessen und an die Erdoberfläche zu fördern. Die gemachten Erfahrungen gelte es nun produktiv zu nutzen, sagt Eberhard.

Im Gegensatz zu St. Gallen würden im Aargau nicht die Sedimente des Malms oder des Muschelkalkes, sondern das Grundgebirge das von Störungen durchzogene Kristallin als Fördergestein angepeilt. Des weiteren findet in den kristallinen Gesteinen keine Gasproduktion statt.

«Damit die Geothermie in der Schweiz eine Zukunftschance hat, scheint uns ein baldiger Durchbruch eines geothermischen Projektes notwendig zu sein», sagt Mark Eberhard.

Umso wichtiger sei es, die Geothermie im Kanton Aargau voranzutreiben. Der Verein wolle deshalb von seinem Ziel, in den nächsten Jahren eine Bohrung für die Stromproduktion und Fernwärmeverteilung im Aargau durchzuführen, nicht ablassen. (AZ)

Die Wärmeflusskarte zeigt die Chance des Geothermiestandorts Oftringen auf. Aber auch, dass hier nicht der grosse Hotspot des Kantons Aargau liegt. ebp

Die Wärmeflusskarte zeigt die Chance des Geothermiestandorts Oftringen auf. Aber auch, dass hier nicht der grosse Hotspot des Kantons Aargau liegt. ebp