Biberkonzept
Das Aargauer Biberkonzept verspätet sich, weil das Geld fehlt

Das Konzept, dass im Aargau das Zusammenleben zwischen Mensch und Biber regeln soll, verspätet sich aufgrund einer ungeklärten Kostenfrage. Anlass für das Konzept ist die wachsende Biberpopulation im Aargau.

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Ein Jungbiber beim Erkunden seiner Umwelt. (Archivbild)

Ein Jungbiber beim Erkunden seiner Umwelt. (Archivbild)

Der Kanton Aargau erarbeitet derzeit ein Konzept zur friedlichen Koexistenz zwischen Mensch und Biber, dabei wurde die Veröffentlichung von April auf den August verschoben. Grund für die Verspätung ist die Frage, wer denn die Kosten bei einem sogenannten «Biberschaden» tragen muss.

Grundstückeigentümer unzufrieden

So fühlen sich die Eigentümer von Grundstücken betrogen, wenn sie für die Schäden aufkommen müssen, die von wilden Bibern verursacht werden. Vertreiben können sie die geschützten Tiere nämlich nicht und der Kanton möchte die Kosten auch nicht unbedingt tragen. Alain Morier, Leiter der Abteilung Wald beim Aargauer Umweltdepartement, erklärte gegenüber Radio DRS, dass die aktuelle Rechtslage zu stark die Grundstückeigentümer zur Kasse bitten würde.

Viel Mensch, viel Biber

Benno Schmid, Pressesprecher des Kantons, fasst die Problematik zusammen: «Zum einen gibt es im Aargau immer mehr Menschen, auf der anderen Seite aber auch immer mehr Biber», sagt er. Das Festlegen eines «Biberkonzepts» ist deshalb wichtig, weil es in Zukunft zu grösseren Schäden kommen könnte, als bloss ein paar untergrabene Waldwege.

Zum Inhalt des Konzepts möchte Schmid noch nichts sagen, aus dem allgemeinen Biberkonzept der Schweiz aus dem Jahr 2004 geht aber hervor, dass der Bund und die Kantone die Schaffung von Lebensräumen für den Biber und deren Vernetzung fördern müssen. Schäden die an der Infrastruktur entstehen, werden aber generell nicht entschädigt. Beim friedlichen Zusammenleben zwischen Mensch und Biber hapert es somit vorwiegend am Geld und nicht am Willen. (kgh)