Überbelegung
Darum brauchen die Aargauer Gefängnisse mehr Haftplätze

In den Justizvollzugsanstalten im Aargau und in der ganzen Schweiz ist es eng. Im Zentralgefängnis Lenzburg müssen Häftlinge gar auf Matratzen am Boden schlafen. Was sind die Gründe für diesen Platzmangel?

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Es gibt zu wenig Haftplätze in den Gefängnissen.

Es gibt zu wenig Haftplätze in den Gefängnissen.

Keystone

Das Problem besteht in der ganzen Schweiz: Es gibt zu wenige Haftplätze. Da der Kanton Aargau viele seiner veralteten Bezirksgefängnisse schliessen musste, ist die Situation trotz der Inbetriebnahme des Zentralgefängnisses Lenzburg vor dreieinhalb Jahren prekär. Die Nachfrage nach Plätzen steigt sogar

Die wichtigsten Gründe:

Es gibt eine grosse Nachfrage nach Plätzen im vorzeitigen Strafvollzug. Diese Gefangenen bleiben oft lang in den Bezirksgefängnissen und im Zentralgefängnis, bevor sie in eine geschlossene Strafanstalt wechseln könnten.

Mit Inkrafttreten der Revision des Strafgesetzbuches 2007 treten viele Verurteilte die Ersatzfreiheitsstrafe an, statt die Geldstrafe oder Busse zu bezahlen.

Wegen der Aktion «Crime Stop», die vor allem gegen Kriminalität im Asylbereich vorgeht, werden mehr Kleinkriminelle inhaftiert.

Mit der Einführung der Schweizerischen Strafprozessordnung 2011 hat sich die durchschnittliche Dauer der Untersuchungshaft verlängert.

Auch ein Blick in die Zukunft lässt keine Beruhigung der Situation erwarten. Mit der erneuten Revision des Strafgesetzbuches werden wieder vermehrt Freiheitsstrafen statt Geldstrafen zur Anwendung kommen. Auch die Anzahl Kriminaltouristen steigt. (wua)

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