Letztes Jahr wurden die Regionalstellen der dargebotenen Hand gefordert: 220 000 Mal hat es auf der Nummer «143» gesamtschweizerisch geklingelt. Die Sorgen wurden nicht weniger - um 6 Prozent stiegen die Telefonate gegenüber dem Jahr 2012 an. Davon stammten dreiviertel von Frauen. Die «Dargebotene Hand» der Region Aargau/Solothurn Ost verzeichnete letztes Jahr 12'000 Anrufe.

Die rund 40 freiwilligen Mitarbeitenden sprachen mit den Aargauern rund um die Uhr über Beziehungen, Alltagsbewältigung und psychische Leiden.

9 Monate bis zur freiwilligen Mitarbeit

Die Ausbildung zum freiwilligen Mitarbeiter ist nicht ohne: Während der neun Monate langen theoretischen und praktischen Ausbildung wird den Freiwilligen ein Mentor zur Seite gestellt. «Die freiwilligen Mitarbeiter müssen sehr stabil sein und erlernen den Umgang mit Belastungssituationen», erklärt Christina Hegi Kunz, Co-Leiterin der dargebotenen Hand Aargau/Solothurn-Ost. Die Nachwuchsplanung der Freiwilligen sei ein grosses Thema bei der Geschäftsstelle.

Zwar erhalten die Freiwilligen keine Entschädigung, dafür aber etwas fürs Leben: «Die Freiwilligen werden an Lebenserfahrung bereichert», sagt Hegi. Zusätzlich können sie von ständigen Weiterbildungsangeboten profitieren.

«Wir haben Freiwillige, die bereits über 30 Jahre bei uns arbeiten», so Hegi. Mindestens 25 Stunden stellen die Freiwilligen ihre Arbeitskraft pro Monat zur Verfügung. Sehr selten komme es vor, dass während oder kurz nach der 9-monatigen Ausbildung Freiwillige abspringen. Die durchschnittliche Mitarbeit betrage rund 10 Jahre, sagt Hegi weiter.

Tabuthemen werden Online besprochen

Bei der Onlineberatung ging es mehr zur Sache. Dort wurden eher tabuisierte Themen, wie Suizid, Sexualität und Gewalt, zum Gespräch. «Es geht selten in einem Gespräch nur um ein Thema», erklärt Hegi.

In einem zur Verfügung gestellten Beispielgespräch geht es gleichzeitig um Gewalt und um Suchtmittel. Gewalt sei ein häufiges Thema, sagt Hegi. Weiter bestehe die Aufgabe der Berater vor allem in der Triage und Hilfe zur Selbsthilfe. «Die Nutzer werden an Beratungsstellen weiter verwiesen und ermutigt aussenstehende Hilfe anzunehmen.» (rpa)

Laufend werden Freiwillige rekrutiert. Interessierte können sich hier informieren.