Der US-Gigant General Electrics (GE) spart Steuern mit Schweizer Hilfe: "Ein Meisterwerk, das GE mit seiner Aargauer Tochterfirma GE Energy Switzerland vollbrachte", schreibt der Tages-Anzeiger. In nur 60 Minuten sei der Wert der in Baden registrierten Tochterfirma GE Energy Switzerland um das 167'500-Fache gestiegen.

Und so funktionierte die "Steueroptimierung" gemäss Recherchen des Tages-Anzeigers.

1. Schritt: GE Energy Europe verkauft GE Energy Switzerland an GE Ungarn. Preis: 40'000 Franken.

2. Schritt: GE Ungarn verkauft GE Energy Switzerland an GE Energy Europe. Preis: 6,4 Milliarden Franken.

3. Schritt: GE Energy Switzerland kauft GE Ungarn Rechte ab. Preis: 8,1 Milliarden Franken.

4. Schritt: GE Energy Switzerland kauft GE Ungarn. Preis: unbekannt.

Der ganze Vorgang habe GE an am 21. Dezember 2015 zwischen 12 und 13 Uhr abgewickelt, so der "Tages-Anzeiger".

Der Steuertrick ist legal. Internationale Konzerne können ihre Gewinne in Europa zwischen Tochterfirmen hin- und herschieben, so dass am Schluss der Betrag, der zu versteuern ist, bis gegen Null schrumpfen kann oder der Gewinn in einem Land mit günstigen Steuersätzen anfällt. Die Unternehmenssteuerreform III (Abstimmung am 12. Februar) würde daran nichts ändern.

Der Konzern GE sowie auch Alt-Bundesrat Deiss, der als Verwaltungsratspräsident von Alstom Schweiz amtete und vorübergehend in die Geschäftsleitung GE wechselte, geben laut der Zeitung keinen Kommentar zu den Recherchen ab. Auch der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann habe die Story "aus Datenschutzgründen" nicht kommentieren wollen.

Gegen 900 Jobs weg und neue Firmen in Baden

Mit der Übernahme der Alstom-Werke in Baden, Birr, Dättwil, Turgi und Oberentfelden hatte GE insgesamt 900 Arbeitsplätze an den Schweizer Standorten gestrichen. Zugleich gründete der Konzern jedoch neue Firmen: Er liess mindestens zehn Firmen mit dem Kürzel GE in Baden registrieren, wie der «Tages-Anzeiger» weiter schreibt. 

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