Erotik

Dank «Fifty Shades of Grey» wollen die Aargauer jetzt Peitschen kaufen

Anita Fischer, Verkäuferin im Erotikmark in Buchs, posiert in der «Fifty Shades of Grey»-Abteilung.

Anita Fischer, Verkäuferin im Erotikmark in Buchs, posiert in der «Fifty Shades of Grey»-Abteilung.

Die Verfilmung des Bestsellers «Fifty Shades of Grey» läuft am Donnerstag an und beschert den Erotikläden schon jetzt volle Kassen. Sadomaso muss aber erst einmal gelernt sein, denn: «Man darf nicht einfach draufloshauen.»

Am Donnerstag läuft die langersehnte Verfilmung des Bestseller-Romans «Fifty Shades of Grey» in den Aargauer Kinos an. Wer noch Plätze für die Premiere reservieren will, der sollte sich beeilen. «Rund 600 Reservationen haben wir schon. Wir zeigen den Film heute Abend in fünf Sälen. Drei sind schon völlig ausverkauft», sagt Bianca Thut vom Kino Aarau. Laufend kämen neue Reservationen rein. Seit neun Uhr morgens sei sie am Telefon.

Spannungsgeladene Zürcher Vorpremiere von Shades of Grey – das sagen die ersten Schweizer Zuschauer.

Spannungsgeladene Zürcher Vorpremiere von Shades of Grey – das sagen die ersten Schweizer Zuschauer.

Wegen des erwarteten Ansturms habe auch der Vorverkauf der Kinobilletts schon im Dezember begonnen. Laut Thut habe es sich gelohnt. Kaum war der Verkauf eröffnet, hatten wir schon die ersten Bestellungen.»

Nicht nur die Kinos wappnen sich für die vielen Besucher. In den Aargauer Sexshops gibt es alles, was das Herz von Sadomaso-Amateuren begehrt. Der Erotikmarkt EOM hat gar eine eigene «Fifty Shades of Grey»-Abteilung eingerichtet. In dieser «offiziellen Lustkollektion» sind Produkte ausgestellt, die im Buch und Film in den Sexszenen zur Anwendung kommen. Die lange Peitsche sei schon jetzt ausverkauft, sagt Anita Fischer, Verkäuferin im Erotikmarkt. «Gut verkaufen wir Fesseln, Masken oder den Glasdildo.»

Sadomaso ist nichts für alle

Wer glaubt, dass Sadomaso-Spielchen à la «Fifty Shades of Grey» das Sexleben aufpeppen können, der irrt. Das sagt Sexualtherapeutin Gabriela Kirschbaum. Das Ausprobieren von neuen Sexpraktiken könne zwar durchaus frischen Wind ins Liebesleben bringen. Unbefriedigender Sex habe aber viel mehr mit körperlicher und seelischer Wahrnehmung zu tun. «Sexuelle Fantasien sind das eine, die reale Umsetzung das andere. Ich glaube, Sadomaso ist nur für einen kleinen Teil der Frauen geeignet», sagt Kirschbaum.

Anita Fischer macht im Erotikmarkt die Erfahrung, dass die meisten Kunden, die sich dank «Fifty Shades of Grey» für Sadomaso interessieren, keine Ahnung von diesen Praktiken hätten. «Sie fragen mich, ob es wehtue, wenn sie mit der Peitsche geschlagen werden.» Fischer müsse dann erklären, dass sie die Produkte vorsichtig benutzen müssen. «Man darf nicht einfach draufloshauen.» Isabelle Peterson, ebenfalls Verkäuferin im Erotik-Markt, hat nur das erste Buch von der Erotik-Trilogie gelesen. Irgendwann würden die Sexszenen repetitiv. Peterson fällt auf, dass das Buch vor allem bei Frauen eine falsche Vorstellung von Sadomaso wecke. «Das Buch suggeriert, dass Sadomaso wahnsinnig lustvoll ist und jeder Frau gefällt. Das ist nicht so.»

«Fifty Shades Of Grey»: Trailer zum Film

«Fifty Shades Of Grey»: Trailer zum Film

«Fifty Shades of Grey» läuft ab Donnerstag in den Aarauer Kinos, im Cinema 8 in Schöftland, im Trafo in Baden, im Elite in Wettingen, im Youcinema in Brugg, im
Cinepol in Sins und im Monti in Frick.

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