Freiwilligenarbeit

Dank der Aargauer Jäger spart der Kanton Millionen

(Symbolbild)

Aargauer Jäger leisten viel für den Kanton.

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Der Aargauische Jagdschutzverein hat Ausgaben von 14 Millionen Franken pro Jahr. Dem stehen nur 2,5 Millionen an Einnahmen gegenüber. Profiteur ist dabei der Kanton Aargau.

In den heimischen Wäldern haben Wildtiere keine natürlichen Feinde mehr: Wölfe leben eher weiter oben in den Bergen und Bären scheuen das besiedelte Gebiet. Nur ab und an streift ein Luchs durch die hiesigen Wälder – doch auf dessen Speiseplan stehen nur die etwas kleineren Tiere.

Damit unsere Wälder nicht von Wildtieren übersiedelt werden, die sich gegenseitig in Bedrängnis bringen, braucht es die rund 1300 Mitglieder des Aargauischen Jagdschutzvereins (AJV). Mit ihrer Arbeit stellen sie im Auftrag des Kantons das Gleichgewicht in den Wäldern wieder her und hindern beispielsweise das Ausbreiten von Krankheiten unter den Wildtieren.

Der Jagdschutzverein liess nun im Rahmen einer Bachelorarbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz analysieren, wie hoch der Arbeitsaufwand seiner Jäger ist. 2015 wurden gesamthaft Einnahmen von 2,55 Millionen Franken berappt. Die grössten Einnahmequellen von je 1 Million Franken kamen dabei von Mitgliederbeiträgen der Jagdvereine sowie vom Verkauf des Wildbrets. Für einen Verein ist das viel Geld – wären da nicht noch die Ausgaben. Hier kommt allerhand zusammen, etwa Ausrüstung oder die Anschaffung der Jagdhunde.

Neben den materiellen Ausgaben steht auch der Arbeitsaufwand. So wird nicht nur das Schiessen eines Rehs berechnet, sondern auch die Zeit, bis es gefunden wird. Zusätzlich zählen auch Weiterbildung der Jäger und der Schutz von Mutter- und Jungtieren oder etwa die Verhütung von Wildtierschäden. Das Problem hierbei ist, dass die Jagd eine Freizeitbeschäftigung ist – und damit als Fronarbeit gilt. Der Jäger bekommt kein Geld für das Erlegen der Tiere.

Rechnet man den Arbeitsaufwand mit einem Faktor von 50 Franken pro aufgewendete Stunde sowie die materiellen Ausgaben kommt man damit auf satte 13,7 Millionen Franken. Netto bleibt somit ein Minus von gut 11 Millionen Franken für das letzte Jahr.

Kanton spart Geld

Da alle Jäger ihre Arbeit im Auftrag des Kantons erledigen, spart dieser die Ausgaben bei der Wildtierregulierung und kann durch Pachtzins sogar noch Einnahmen von rund 1,1 Millionen Franken verbuchen. Rainer Klöti, Präsident des Aargauischen Jagdschutzvereins, kommentiert die Statistik wie folgt: «Wir haben diese Daten aus zwei Gründen erhoben. Einerseits wollten wir es aus Eigeninteresse messen, andererseits wollten wir auch die Frage in den Raum werfen, ob es bei solchen Zahlen noch zeitgemäss ist, dass wir Jahr für Jahr eine Abgabe an den Kanton zahlen müssen.»

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Autor

Matthias Hug

Matthias Hug

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