Unwetter

Dank Berner Hilfe bleibt Aare unter Kontrolle - Lage im Aargau weiter angespannt

Wallbach: Auch im unteren Fricktal müssen die Beaver-Elemente vielleicht kurz nach dem Rückbau wieder aufgebaut werden.

Wallbach: Auch im unteren Fricktal müssen die Beaver-Elemente vielleicht kurz nach dem Rückbau wieder aufgebaut werden.

Die Flüsse im Kanton Aargaue sind bisher nicht über die Ufer getreten. Auch dank der Regulierung am Bielersee. Die Situation bleibt aber weiterhin angespannt. Den höchsten Wasseranstieg erwartet der Führungsstab heute Abend am Rhein.

Haben Sie Bilder, Videos, News zur Hochwasser-Situation? Bitte an online@azmedien.ch

Die Nacht auf Dienstag hat noch mehr Regen gebracht. Die Situation im Kanton Aargau bleibt angespannt, hat sich aber nicht weiter verschärft. Die Flüsse weisen hohe Pegel auf, sind aber nicht über die Ufer getreten. Bei der Aare ist das in erster Linie den Kollegen im Kanton Bern zu verdanken. Der Pegel des Bielersee wurde absichtlich leicht erhöht, damit der Abfluss in die Aare durch die Kantone Solothurn und Aargau nicht zuviele Wassermassen aufs Mal mit sich trägt.

René Müller, Chef des Kantonalen Führungsstabes, sagte gegenüber der az heute morgen: «Die heikelste Situation im Kanton war an der Wigger im Raum Zofingen. Dort ist die Abflussmenge um 19.30 Uhr innert kürzester Zeit auf 120 Kubikmeter pro Sekunde gestiegen.» Die Wigger ist sturzbachartig angestiegen, über einen Meter innerhalb weniger Minuten. Man habe die Feuerwehr aufgeboten, Schäden haben es keine gegeben.

Heute Dienstagabend zirka 18 Uhr werden am Rhein bei Wallbach Spitzenwerte von 2300 Kubikmeter erwartet. Das sind 700 Kubikmeter unter der Schadensgrenze. Es würden voläufig deshalb keine Beaver-Elemente zum Hochwasserschutz aufgestellt.

Der Aargauer Führungsstab wird je nach Entwicklung des Hochwassers wieder informieren.

Gemäss Naturgefahren-Portal des Bundes galt am Dienstagmorgen (Stand 6.30 Uhr) im ganzen Aargau Gefahrenstufe 2 von 5  - mässige Hochwassergefahr.

Hochwasser-Karte, Stand 29

Hochwasser-Karte, Stand 29

Bekanntlich fliessen die drei grossen Flüsse bei Brugg zusammen und vereinigen sich in der Nähe von Koblenz mit dem Rhein. Deshalb wird der untere Hochrhein ab Koblenz in der Nacht auf Dienstag grosse Wasserzuflüsse verzeichnen.

«Die Hochwasserschutzsperren an der Reuss in Windisch, die letzte Woche eingebaut wurden, bleiben vorerst bestehen», hiess es am Dienstag.

Regen-Gefahrenkarte, Stand 28.7, 17.21

Regen-Gefahrenkarte, Stand 28.7, 17.21

Schifffahrt auf der Limmat eingestellt

Der Schiffahrtbetrieb auf der Limmat ist laut Kantonspolizei Zürich eingeschränkt. Auf dem Rhein ist die einzige regelmässig verkehrende Personenfähre des Aargaus – von Full in der Schweiz nach Waldshut in Deutschland – derzeit noch unterwegs. „Nur am vergangenen Mittwoch musste bei uns der Schiffsbetrieb komplett eingestellt werden“, sagt Sven Schiessel von den Stadtwerken Waldshut-Tiengen, die den Fähr- und Rundfahrtenbetrieb organisieren.

Vorsichts- und Verhaltensmassnahmen

Die Regionalen Führungsorgane (RFO) in den betroffenen Gebieten sind orientiert. Für die Bevölkerung besteht vorerst weiterhin keine Gefahr. Trotzdem weist der Kantonale Führungsstab darauf hin, dass aus Sicherheitsgründen Aktivitäten in der Nähe von Gewässern zu unterlassen sind und warnt ausdrücklich davor, sich in oder auf Fliessgewässer zu begeben.

Der Kanton Aargau hat einen Film zum Hochwasserschutz gemacht. Hier gehts zum Video

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1