Bundesfeier
Damit die 1.-August-Feuer nicht schon im Juli knistern

Viele Aargauer Gemeinden bauen für ihr Feuer die Holzhaufen frühzeitig vor der Bundesfeier auf. Das verlangt besonderen Schutz – auch gegen Lausbuben.

Sabina Galbiati
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In Wölflinswil bewachen Jugendliche das Holzsofa, damit es niemand zu früh anzündet. Annika Bütschi

In Wölflinswil bewachen Jugendliche das Holzsofa, damit es niemand zu früh anzündet. Annika Bütschi

Der Geburtstag der Schweiz steht kurz bevor. Mit viel Herzblut und Vorfreude stellen die Gemeinden in diesen Tagen das Holz für ihre Höhenfeuer und 1.-August-Feuer auf. Doch nebst zahlreichen Kleintieren locken die riesigen Holzhaufen nicht selten Lausbuben an, die diese viel zu früh in Brand stecken.

Erst im vergangenen Jahr wurde die Gemeinde Menziken Opfer eines vorzeitigen Brandes. «Wir mussten den Haufen am 1. August noch einmal aufstellen», erinnert sich Ueli Wanderon, Forstbeamter beim Forstbetrieb aargauSüd.

«Wir bauen jedes Jahr in Menziken, Reinach und Birrwil die 1.-August-Feuer auf und appellieren an die Vernunft und den gesunden Menschenverstand der Jungen.»

Die Holzhaufen bleiben daher weiterhin unbewacht, werden aber mit einem Kleintierzaun eingefasst. «Schliesslich verstehen wir den Naturschutz auch als eine Art von Patriotismus», erklärt Wanderon.

Aufsicht ist die beste Vorsorge

Eine langjährige Tradition pflegt man in der Gemeinde Wölflinswil im Fricktal. Hier beginnen die Jungbürger und Jungbürgerinnen, die im selben Jahr ihren 18. Geburtstag feiern, jeweils schon frühzeitig mit dem Aufbau.

In diesem Jahr bauen acht Jungbürger und zwei Jungbürgerinnen ein ganzes Sofa samt Strohmann. «Wir bauen seit dem 21. Juli an unserem Holzsofa», berichtet Reto Jehle, der die Leitung vor Ort hat.

«Dass jemand mit dem Feuer spielt und das Sofa frühzeitig anzündet, glaube ich nicht, weil die Jungen sehr viel Respekt vor dieser Aufgabe haben», erklärt Jehle, schliesslich würden auch diese Jugendlichen irgendwann 18 Jahre alt.

Trotzdem bewacht seit dem 21. Juli jede Nacht eine Person das Feuer. Dafür nimmt man es mit den Kleintieren nicht allzu ernst. Für sie bleibt das Innere des Sofas frei zugänglich. Doch bei dem geschäftigen Treiben der 18-Jährigen dürften Igel und Co. ohnehin schnell das Weite suchen.

In Klingnau brannte es im Juli

Anders als die meisten stellt Klingnau das Holz erst kurz vor der Feier auf. «Auch bei uns haben vor gut 15Jahren die Lausbuben gezünselt und das Holz frühzeitig in Brand gesteckt», erzählt Förster Hans Brönnimann.

«Indem wir erst am 31. Juli oder gar am Nationalfeiertag das Holz aufschichten, schränken wir die Gefahr eines frühzeitigen Brennens massiv ein.» Auch die Gefahr für Kleintiere ist so gebannt, weil in der relativ kurzen Zeit kaum ein Tier in die Nähe des Holzhaufens kommt.

Die Förster versichern, dass der Regen vom Wochenende kein Problem ist. «Es könnte auch am 1. August regnen, das Feuer würde trotzdem brennen», sagt Brönnimann, «das Holz ist trocken genug.»

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