Aargau

Da waren es nur noch drei: Drei Windenergie-Standorte sind gestrichen

Windräder in Norddeutschland. Die Kommission des Grossen Rat hat die Anzahl möglicher Standorte im Aargau um die Hälfte reduziert.

Windräder in Norddeutschland. Die Kommission des Grossen Rat hat die Anzahl möglicher Standorte im Aargau um die Hälfte reduziert.

Der Aargau sucht Standorte für Windkraftanlagen. Der Regierungsrat schlug sechs Hügelzüge vor. Die zuständige Kommission im Grossen Rat reduzierte nun um die Hälfte. Streichen will sie Laubberg, Wessenberg und Heitersberg.

Wind zu Strom machen, das will auch der Aargau. Der Regierungsrat schlug Windkraftanlagen mit einer Höhe von mehr als dreissig Metern an sechs Orten vor. Die Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UVB) hat die Anzahl Standorte nun um die Hälfte reduziert.

Der Entscheid war knapp. Mit einer Stimme unterschied sprach sich die Kommission für die Streichung von Laubberg und Wessenberg im Fricktal und den Standort Heitersberg aus.

«Das ist eine Schweinerei und reine Verhinderungspolitik», sagt Theres Meier-Wettstein von der IG Wind Heitersberg AG. Aus ihrer Sicht ist der Heitersberg der wirtschaftlichste Standort mit den besten Windwerten.

Es habe zwar viel Opposition gegeben, dies, weil die Abklärungen schon weit fortgeschritten seien. Die Interessengemeinschaft arbeite seit 2007 daran und habe bereits eine halbe Million investiert.

«Je konkreter das Projekt desto grösser der Widerstand», sagt sie. Die Politiker seien mutlos. «Kuschelpolitik», wirft sie der Kommission vor.

Davon will Martin Keller, Präsident der Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung, nichts wissen. «Bei gewissen Menschen stehen die Windräder schon im Herzen», sagt Keller.

Tatsache ist, dass am Standort Heitersberg ein grosser Teil der Bevölkerung und auch der Kommission keine Windräder will.

Ausschlaggebend für die Streichung dieser drei Standorte war, dass bei der Vernehmlassung die ablehnende Haltung der Regionalverbände wie Regio Baden und Regio Frick nicht berücksichtigt wurde.

Die Kommission habe die Bedenken der Planungsverbände mit ihrem Entscheid nun nachträglich berücksichtigt.

Erfreut ist Valentin Schmid, Gemeindeammann von Spreitenbach, über die Streichung. «Ein sinnvoller Entscheid», sagt er.

«Böse Unterstellung»

Theres Meier von der IG Wind Heitersberg AG vermutet, dass die Kommission bloss die Standorte weiterhin berücksichtigte, bei denen die AEW Energie AG beteiligt ist.

Die AEW Energie AG gehört zu hundert Prozent dem Kanton. Für Keller von der UVB ist das eine böse Unterstellung.

«Die AEW hat nichts damit zu tun.» Ihm und auch den anderen Kommissions-Mitgliedern sei gar nicht klar gewesen, dass bei den restlichen Standorten überall die AEW als Finanzpartnerin auftritt.

Keller betont ausserdem: Die Standorte seien nicht für immer und ewig als möglich Windenergie-Standorte gestrichen. Der Richtplan sei eine rollende Planung. Spätere Einzonungen durchaus möglich.

Drei Windräder pro Standort

Ebenfalls abgelehnt hat die Kommission zusätzliche Standorte beziehungsweise Standorterweiterungen, welche ein Teil der Kommissionsmitglieder beantragte.

Weiterhin festgehalten wird daran, dass pro Gebiet mindestens drei gleichartige Windkraftanlagen erstellt werden müssen.

Die Kommission fordert zudem, dass grosse Windanlagen nur dort bewilligungsfähig sein sollen, wo ein Windpotenzial von mindestens 450 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr vorhanden ist.

Nun muss der Grosse Rat über die angepasste Vorlage entscheiden.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1