Rasend schnell verbreitete sich das Video in der vergangenen Woche auf Facebook und anderen Internetplattformen: Es zeigt eine junge Frau, die eine Eistee-Pet-Flasche vaginal einführt. Das Video soll mutmasslich der Ex-Freund des Opfers online gestellt haben. Innert Stunden kopierten Tausende User das Video.

Nach einer Löschung durch Facebook postete der Täter das Video erneut, mehr als 15 000 User drückten auf «Gefällt mir», während das Video auch auf anderen Plattformen weitergestreut wurde.

Das Video soll laut Medienberichten auch den Weg auf einige Pausenplätze gefunden haben. Gemäss Bekannten gehe es der jungen Frau, die im Video zu sehen ist, «sehr schlecht».

Aargauer Jugendliche im Visier der Ermittler

Nun beschäftigt sich die Jugendanwaltschaft Aargau mit dem Fall: Sie hat zwei minderjährige Tatverdächtige aus dem Aargau im Visier, wie die Kantonspolizei Aargau einen Bericht der «NZZ am Sonntag» bestätigt.

Experten warnen derweil Eltern vor unbeaufsichtigtem Internetnutzen der Kinder. Oftmals sei Cybermobbing brutaler als das reale Mobbing, da die Täter aufgrund ihrer vermeintlichen Anonymität keine Grenzen ihres Tuns erkennen würden.

Journalist freigestellt

Aufgrund der Berichterstattung des Falls musste ein Journalist der Gratiszeitung «20 Minuten» wegen unethischen Verhaltens mit sofortiger Wirkung seinen Arbeitsplatz räumen und gehen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Der fehlbare Journalist eröffnete auf Facebook ein Profil mit dem Namen des mutmasslichen Opfers. Er erhoffte sich damit, Kontakt zu Beteiligten aufnehmen zu können und so an wertvolle Informationen zu gelangen.

Als die Redaktionsleitung davon erfuhr, dass sich einer der recherchierenden Journalisten unethisch verhalten würde, soll umgehend gehandelt und das Arbeitsverhältnis mit dem Mitarbeiter aufgelöst worden sein. (sha/az)