Erpressung
Cyberkriminelle drohen mit Bomben und Nacktfotos – nun warnt die Kantonspolizei auf Facebook

Auf Facebook weisen die Kantonspolizeien Zürich und Aargau auf verdächtige Erpressermails hin, die sich derzeit im Umlauf befinden. In den Mails wird mit der Zündung von Bomben oder der Veröffentlichung von Nacktfotos gedroht.

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Cyberkriminelle versetzten Privatpersonen und Firmen immer wieder unter Druck. (Symbolbild)

Cyberkriminelle versetzten Privatpersonen und Firmen immer wieder unter Druck. (Symbolbild)

KEYSTONE/EPA DPA/DANIEL NAUPOLD

Derzeit sind mehrere Epressermails im Umlauf, in denen Cyberkriminelle mit der Zündung von Bomben drohen. Wie die Kantonspolizei Zürich auf www.cybercrimepolice.ch schreibt, richten sich die Erpesser dabei vorwiegend an Unternehmen. Eine betroffene Person hat sich gemäss Kantonspolizei gemeldet.

Die Kantonspolizei Aargau hat den Beitrag der Kollegen aus Zürich vor wenigen Tagen weiterverbreitet. «Auch im Aargau gehen ähnlich gelagerte Meldungen ein. Seien Sie wachsam und vorsichtig», heisst es auf der Facebookseite. Auf Anfrage bestätigt die Kapo Aargau, dass es sich bei den Erpressungen um eine bekannte Masche handelt. Durch den Bluff sollen die Opfer derart eingeschüchtert werden, dass sie sich zur Überweisung von Geld oder Bitcoins verpflichtet fühlen.

Besonders verbreitet ist die Sextortion. In solchen Fällen wird den Opfern gedroht, Nacktfotos oder -Videos zu veröffentlichen. Auch wenn es derzeit im Kanton Aargau zu keiner Häufung von Fällen gekommen sei, wolle man die Bevölkerung entsprechend sensibilisieren, sagt eine Mediensprecherin.

«Hör mir besser zu!!!»

Meistens sind die entsprechenden Erpessermails gleich aufgebaut. In der Betreffzeile der aktuell im Raum Zürich verbreitetet Nachrichten ist der folgende Wortlaut in Englisch oder Deutsch ersichtlich: «Better Listen To Me!!!!» oder «Hör mir besser zu!!!»

cybercrimepolice

Wie die Kapo Zürich schreibt, fordern die Erpresser im weiteren Mailtext die Überweisung von 20'000 Dollar in Bitcoin. Wird diese Forderung nicht beachtet oder der Kontakt zur Polizei gesucht, werde die angebliche Bombe gezündet. Diese befindet sich laut den Cyberkriminellen irgendwo in der Liegenschaft des entsprechenden Unternehmens. Rekrutierte Söldner würden dabei das Geschehen genau beobachten. Dabei handelt es sich allerdings um einen Bluff. (lga)

Was in solchen Fällen zu tun ist

- Auf keinen Fall ein Lösegeld zahlen.

- Im Internet recherchieren, ob ähnliche Vorfälle vorhanden sind und der Absender schon zuvor negativ aufgefallen ist.

- Bitcoin Wallet Adresse kopieren und auf www.bitcoinabuse.com überprüfen. Sehr oft finden Sie dort schon andere Betroffene

- Sollte der Verdacht bestehen, dass es sich um keinen SPAM handelt, kontaktieren Sie die Polizei

- Mail nach der Überprüfung löschen oder in den SPAM-Ordner verschieben

Ich habe bereits Geld überwiesen

- Melden Sie sich telefonisch bei der Polizei und begeben Sie sich danach zu Ihrer örtlichen Polizeistelle, um Anzeige zu erstatten und weitere Informationen zu erhalten