Grossratswahlen
CVP und Grüne tauchen: So sieht der neue Grossrat aus

Verlierer der Aargauer Grossratswahlen sind die CVP und die Grünen. FDP, Grünliberale und BDP gehen klar als Sieger hervor. SVP, SP und EVP konnten ihre Sitze halten. Aus dem Parlament geflogen sind SLB und SD. Die EDU übersprang die Wahlhürde knapp.

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Bilder der Grossratswahl von 2012
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Bilder der Grossratswahl von 2012

Chris Iseli

Nich einmal jeder Dritte ging an die Urne. Die Wahlbeteiligung lag bei 31,9 Prozent. Das Verdikt der Wähler und Wählerinnen ist aber klar. Die CVP und die Grünen werden abgestraft, FDP, GLP und BDP gewinnnen.

Die Fakten: Die SVP kommt auf einen Wähleranteil von 32 Prozent, das ist gleichviel wie vor 4 Jahren. Zweistärkste Kraft ist neu die FDP mit 15,36 Prozent der Wählerstimmen. Das ist ein Plus von fast 1 Prozent. Die SP kommt auf 15,2 Prozent, das ist ein Minus von 0,5 Prozent, die Grünen verlieren fast 1,2 Prozent und kommen noch auf 7,73 Prozent. GLP steigert sich von 3,46 auf 5,5 Prozent, BDP von von 3,06 auf 4,36 Prozent. EVP fällt von 4,47 auf 3,9 Prozent, die EDU fällt von 1,76 auf 1,68, SD geht von 1,24 auf 0, 69 Prozent zurrück. Die Sozialliberale Bewegung (SLB), die erstmals antrat, kommt auf 0,49 Prozent, die Piratenpartei auf 0,17 Prozent.

zvg

SVP mit 45 Sitzen

Auf die Sitzverhältnisse bezogen bedeutet dies: Im neuen Parlament bleibt die SVP mit 45 Sitzen die sträkste Kraft. Sie hat gleich viel Mandate wie letzte Legislatur. Die SP bleibt trotz Verlusten bei 22 Sitzen und die zweistärkste Kraft. Die CVP verliert weitere zwei Mandate und kommt noch auf 19. Die FDP gewinnt zwei Mandate hinzu und kommt neu auf 22 Sitze. Sie überflügelt damit die CVP und ist nun gleich stark wie die SP. Drei Sitze weniger haben künftig die Grünen. Sie kommen noch auf 10 Sitze. GLP gewinnt drei Mandate und verfügt neu über 8 Sitze, die EVP bleibt bei sechs Mandaten. Die BDP legt um zwei Sitze zu und kommt auf sechs. Die EDU schliesslich wird im neuen Parlament mit zwei Leuten vertreten sein, wie die letzten vier Jahre auch.

CVP leidet an BDP

Die CVP habe das Ziel, die Sitzzahl zu halten, leider nicht erreicht, sagte Parteipräsident Markus Zemp der Nachrichtenagentur sda. Dies sei sicher auch auf die neuen Mitteparteien - vor allem auf die BDP - zurückzuführen.

Mit der BDP zusammen bildete die CVP bisher eine gemeinsame Fraktion im Grossen Rat. Dabei habe man sicher auch ein wenig «Geburtshilfe» für die BDP betrieben. Die gemeinsame Fraktion mit der BDP werde sicherlich nicht weitergeführt, hielt Zemp fest.

Glückliche FDP

FDP-Parteipräsident Thierry Burkart zeigte sich hingegen glücklich. Man habe das Ziel, zwei Sitze zu gewinnen, erreicht. Dies sei auch auf den Effekt des Aargauers Philipp Müller, Präsident der FDP Schweiz, zurückzuführen. Burkart erhofft sich durch den Sieg Signalwirkung für den nationalen Freisinn.
Grüne eingebrochen

Die Grünen verloren drei Sitze und haben noch 10 Mandate. Die Parteipräsidentin der Grünen, Gertrud Häseli, führte dies auch auf die tiefe Wahlbeteiligung zurück.

«Glaubwürdige Politik»

Die SVP bleibt mit 45 Sitzen klar stärkste Partei im 140 Mitglieder zählenden Grossen Rat. Fraktionspräsident Andreas Glarner begründete das gute Resultat mit einer «glaubwürdigen Politik». Die SVP sei zum AKW-Standort Aargau gestanden und habe in der Asylpolitik eine harte Linie verfolgt.

Nicht mehr im Grossen Rat vertreten sind die Schweizer Demokraten (SD), die an der Wahlhürde scheiterten. Die Sozial-Liberale Bewegung (SLB), die sich erst während der vergangenen Legislatur formiert hatte, flog ebenfalls aus dem Parlament. Keine Chance auf den Einzug ins Kantonsparlament hatte die Piratenpartei Schweiz.

EDU schaffte Wahlhürde knapp

Die erstmals zu überwindende Wahlhürde schaffte hingegen die Eidgenössich-Demokratische Union (EDU). Sie kam im Bezirk Kulm auf einen Wähleranteil von 5,23 Prozent. Die Parteien mussten ein Quorum von fünf Prozent in einem Bezirk oder drei Prozent im gesamten Kanton schaffen.