Landwirt Thomas B., der seinen Hof in Möriken in Brand gesetzt hat und jetzt vor dem finanziellen Abgrund steht, bekommt Unterstützung aus der Politik. CVP-Grossrat Ralf Bucher hat am Dienstag eine Interpellation eingereicht, in welcher er vom Regierungsrat wissen will, ob die Regressforderung der Aargauischen Gebäudeversicherung nicht übertrieben sei.

Existenzängste bei Bauernfamilie in Möriken

Existenzängste bei Bauernfamilie in Möriken. (27.06.2015)

Der Vater des verurteilten Jungbauern kann den Gerichtsentscheid nicht nachvollziehen. Die Versicherungsforderung gefährdet die Zukunft seines Hofes. 

Das Bezirksgericht Lenzburg hatte den 31-jährigen Bauern letzten Freitag wegen Fahrlässigkeit verurteilt, was nebst einer Busse eine Rückforderung der Versicherung von 600 000 Franken zur Folge hat. Die Bauernfamilie weiss nicht, wie sie das bezahlen soll. Die Weiterführung des Betriebs ist gefährdet.

Grossrat Bucher findet es «unverschämt», Fahrlässigkeit mit 600 000 Franken zu bestrafen. Bucher ist Geschäftsführer des Bauernverbandes Aargau und betont: «Viele Landwirte arbeiten mit funkensprühenden Geräten, ohne das Güllenloch oder offene Spaltböden abzudecken.»

Missgeschick treibt Bauernsohn in den Ruin

Missgeschick treibt Bauernsohn in den Ruin (27.06.2015)

Thomas B. hat 2013 aus Versehen den Hof seiner Familie in Möriken in Brand gesetzt. Trotz Absichtslosigkeit kommt ihm dies nun teuer zu stehen. Der 31-Jährige wurde zu einer Busse und Geldstrafe verurteilt. Zusätzlich fordert die Gebäudeversicherung AG von ihm fast 600'000 Franken.

Auch weise die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft nicht auf eine Explosions- und Brandgefahr hin. Es sei deshalb fraglich, so Bucher, dass der junge Landwirt überhaupt fahrlässig gehandelt habe, wie das Gericht festhielt.

Um Schicksalsschlägen wie beim Bauer aus Möriken vorzubeugen, will Bucher wissen, ob der Regierungsrat nach diesem Vorfall Anpassungsbedarf beim Gebäudeversicherungsgesetz sehe. (AZ)

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