Vor drei Tagen haben die Juso ein Facebook-Profil und einen Twitter-Account eingerichtet, die Finanzdirektor Roland Brogli als «Bschiisser» und Lügner darstellen. Der CVP-Regierungsrat selber reagierte nicht auf die Pinocchio-Darstellung. Seine Sprecherin bezeichnete die Aktion als «Provokation statt Argumentation», den Stil der Juso wollte sie nicht kommentieren.

So wird Roland Brogli von den Juso auf Facebook und Twitter dargestellt. ZVG

So wird Roland Brogli von den Juso auf Facebook und Twitter dargestellt. ZVG

Zemp: «Juso fehlen Argumente»

Heftig reagiert hingegen Broglis Partei auf die Attacke gegen ihren Regierungsrat. CVP-Aargau-Präsident Markus Zemp sagt: «Mit dieser Kampagne ist die Juso für mich ein stil- und niveauloser Club, den man nicht zu ernst nehmen darf.» Wer einen Regierungsrat auf diese Art angreife, «dem fehlen die sachlichen Argumente». Offenbar gehe es den Juso nur darum, mit einem dümmlichen Sujet auf sich aufmerksam zu machen. «Ich glaube aber, dass sich die Bevölkerung mit Roland Brogli solidarisieren wird, ein solcher Stil wird im Aargau nicht goutiert», sagt Zemp. Er ist überzeugt, dass sich die Kampagne der Juso als kontraproduktiv erweisen wird. «Ich bin sicher, dass eine satte Mehrheit das Sparpaket annehmen wird.»

Mit dem Twitter-Account «Bschisser Brogli» protestiert die Juso gegen das Sparpaket:

Mit dem Twitter-Account «Bschisser Brogli» protestiert die Juso gegen das Sparpaket.

Michael Kaufmann, Präsident der Jungen CVP, bezeichnet die Juso-Aktion auf Facebook als «Kindergartenkampagne». Das verwendete Sujet sei geschmacklos, die ganze Kampagne reiner Populismus, ergänzt Kaufmann. Er hält fest, dass die kritisierte Steuergesetzrevision 2012 vom Volk mit über 60 Prozent Ja-Stimmen angenommen worden sei. Auch das Sparpaket sei im Grossen Rat mehrheitlich gutgeheissen worden.

Dieses unterstützte auch der CVP-Parteitag gestern Mittwoch in Aarau mit 81 zu 0 Stimmen geschlossen. Die zweite kantonale Vorlage, die Anti-Feuerwerk-Initiative, lehnt die CVP ab. Ja sagt die Partei einstimmig zur eigenen Familieninitiative, Nein mit klarem Mehr zur GLP-Initiative für eine Energiesteuer.