Covid-19
Neuer Impfstoff von Johnson & Johnson: Noch viele Termine im Aargau verfügbar

Bisher gingen etwas über 1000 Termine für die Impfung mit Johnson & Johnson weg. Die Fallzahlen im Aargau sinken derweil weiter. In den Spitälern liegen weniger Covid-Patienten.

Noemi Lea Landolt
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Bislang hat der Aargau 4000 Dosen des «Janssen»-Impfstoffs erhalten.

Bislang hat der Aargau 4000 Dosen des «Janssen»-Impfstoffs erhalten.

Etienne Laurent / EPA

Mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson sind grosse Hoffnungen verbunden: Der Vektorimpfstoff soll auch diejenigen von einer Covid-Impfung überzeugen, die der mRNA-Technologie skeptisch gegenüberstehen.

Am Mittwoch sind im Kanton Aargau die ersten Personen mit dem «Janssen»-Vakzin geimpft worden. Als Erstes waren Personen mit einer Allergie auf Bestandteile der mRNA-Impfstoffe an der Reihe. Seit Donnerstag steht der «Janssen»-Impfstoff auch allen Personen ab 18 Jahren ohne Allergie offen.

Der Impftermin muss online über www.ag.ch/coronavirus-janssen gebucht werden. Auf dem Buchungsportal gibt es nach wie vor viele freie Termine. Vergeben wurden im Aargau bis am Freitagmorgen 1370 Termine, gut 500 davon für die ersten beiden Tage, also für Donnerstag und Freitag.

Ob die rund 1300 Termine viele oder wenige sind, könne er nicht beurteilen, sagt Michel Hassler, Mediensprecher des Gesundheitsdepartements, zu «Argovia Today». «Wir haben keine Erfahrung mit diesem Impfstoff, entsprechend hatten wir auch keine spezifischen Erwartungen».

Nur eine Dosis nötig, Zertifikat nach 22 Tagen

Die Frage, ob sich vor allem mRNA-Skeptiker vom Vektorimpfstoff überzeugen lassen, bleibt momentan ebenfalls offen. Man habe die Motivation für eine Anmeldung zur Impfung mit Johnson & Johnson nicht erhoben, sagt Hassler. «Wir wissen aber, dass nur sehr wenige Personen allergisch auf Inhaltsstoffe von mRNA-Impfstoffen sind. Es muss also auch andere Gründe geben.»

Der Bund geht von schweizweit 100 Allergikern aus, die nicht mit den mRNA-Impfstoffen von Pfizer/Biontech und Moderna geimpft werden können. Die grosse Mehrheit der 1300 Aargauerinnen und Aargauer, die einen Termin für eine Impfung mit dem «Janssen»-Vakzin gebucht haben, dürfte also nicht allergisch sein.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson basiert nicht nur auf einer anderen Technologie, es braucht auch nur eine Impfung. Der Impfschutz baut sich über drei Wochen auf, weshalb das Covid-Zertifikat erst 22 Tage nach der Impfung gültig ist. Insgesamt sind dem Kanton vom Bund 12'000 Dosen des «Janssen»-Impfstoffs in Aussicht gestellt worden. Davon sind bisher 4000 im Aargau eingetroffen.

Inzwischen sind über 70 Prozent der Bevölkerung ab zwölf Jahren mindestens einmal geimpft. Am höchsten ist die Impfquote mit 87 Prozent bei 70- bis 79-Jährigen. Von den 12- bis 15-Jährigen sind 38 Prozent mindestens einmal geimpft. Besonders impfwillig sind die 16- bis 19-Jährigen. Ihre Quote ist mit 64 Prozent leicht höher als jene der 20- bis 39-Jährigen.

Zwölf Covid-Patienten auf der Intensivstation

Die Neuansteckungen sind weiterhin rückläufig. In den letzten sieben Tagen meldete der Kanton 444 neue Fälle. In der Vorwoche waren es 561.

Auch in den Aargauer Spitälern entspannt sich die Lage. Am Donnerstag waren 28 Covid-Patientinnen und Covid-Patienten im Spital. 12 von ihnen lagen auf der Intensivstation. Am Donnerstag vor einer Woche wurden 17 Personen wegen Covid-19 auf der Intensivstation behandelt. In den letzten sieben Tagen starben zwei Personen, die an Covid-19 erkrankt waren. Gleich viele waren es in der Vorwoche. Seit Beginn der Pandemie sind im Aargau 730 Personen an den Folgen von Covid-19 gestorben.

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