Covid-19
Kanton Aargau verstärkt Covid-Kontrollen in Betrieben – Verstösse kommen die Betreiber teuer zu stehen

Letzte Woche erreichten die Kontrollen in Aargauer Betrieben einen Höchststand. Die Zahl der Verstösse hat abgenommen. Für die Erwischten kann es aber schnell teuer werden: Zwei Fricktaler Barbetreiber müssen 4400 Franken zahlen.

Ann-Kathrin Amstutz 3 Kommentare
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Seit Ausweitung der Zertifikatspflicht wurden im Aargau 265 Kontrollen durchgeführt, um die Einhaltung der Schutzmassnahmen in Betrieben oder an Veranstaltungen zu prüfen.

Seit Ausweitung der Zertifikatspflicht wurden im Aargau 265 Kontrollen durchgeführt, um die Einhaltung der Schutzmassnahmen in Betrieben oder an Veranstaltungen zu prüfen.

Dorothea Mueller

Der Kanton Aargau schaut genauer hin, ob Betriebe die Corona-Schutzmassnahmen einhalten. Seit der Einführung der Zertifikatspflicht finden mehr Kontrollen statt. Letzte Woche erreichten die Kontrollen einen Höchststand: Vom 27. September bis 3. Oktober wurden 131 Aargauer Betriebe und Einrichtungen kontrolliert.

Das ist fast so viel wie in den drei Wochen zuvor (134 Kontrollen). Insgesamt macht das 265 Kontrollen seit Einführung der Zertifikatspflicht. Am häufigsten kontrolliert werden die Restaurants: 127 Kontrollen entfallen auf sie.

Nur noch jede zehnte Kontrolle deckt einen Mangel auf

Auffällig ist dabei die Tatsache, dass trotz mehr Kontrollen nicht mehr Verstösse gegen die Schutzmassnahmen festgestellt wurden. Im Zeitraum vom 6. bis 26. September stellten die Kontrolleure in jedem dritten kontrollierten Betrieb Mängel fest, letzte Woche nur noch in jedem zehnten Betrieb.

Besonders gross ist die Veränderung in den sogenannten Indoor-Freizeitbetrieben wie Kinos oder Fitnesszentren: In den ersten drei Wochen mit Zertifikatspflicht wurden in 8 von 16 Fällen Mängel entdeckt. Letzte Woche wurden massiv mehr Kontrollen durchgeführt, nämlich 37, aber nur noch in drei Betrieben gab es Mängel.

Warum die Zahl der festgestellten Mängel so stark abgenommen hat, sei noch nicht bekannt, teilt das kantonale Gesundheitsdepartement auf Anfrage mit.

In einer Fricktaler Bar gab es zwei Verstösse in einer Woche

Verstösse gegen die Schutzmassnahmen können die Betreiber teuer zu stehen kommen. Das zeigen Strafbefehle gegen zwei Betreiber eines Pubs im Fricktal, die Ende September rechtskräftig geworden sind. Sie wurden im Dezember 2020 gleich an zwei aufeinander folgenden Samstagen bei einem Verstoss gegen die Covid-19-Verordnung erwischt. Damals mussten alle Lokale um 23 Uhr schliessen, doch eine Polizeikontrolle stellte um 0.30 Uhr fest, dass drinnen laute Musik abgespielt wurde.

Alle Fenster und Türen waren mit einem Vorhang abgedeckt, sodass niemand hineinschauen konnte. Die Polizisten klopften mehrmals, woraufhin einer der Barbetreiber durch die Scheibe der Tür blickte. «Die Bullen sind da», rief er nach innen, die Musik wurde abgestellt.

Erst nach mehrfacher Aufforderung öffnete er der Polizei schliesslich die Tür. In der Bar hatte es mehrere Jacken auf den Sitzbänken. Als die Polizisten alle Räume kontrollierten, entdeckten sie 16 Personen, die sich auf dem WC, im Keller oder im Treppenhaus versteckt hatten. Niemand trug eine Schutzmaske.

Fricktaler Barbetreiber müssen 4400 Franken zahlen

Eine Woche später kam die Polizei erneut für eine Kontrolle vorbei – und stellte wieder einen Verstoss gegen die Covid-Verordnung fest. Sieben Leute hatten sich um einen Stehtisch versammelt, ohne Masken zu tragen oder den Abstand einzuhalten.

Weil damals nur vier Personen pro Tisch erlaubt waren, eine Sitzpflicht galt und Schutzkonzept sowie Schliesszeiten nicht eingehalten wurden, gab es für die Betreiber des Fricktaler Pubs den zweiten Strafbefehl innert einer Woche.

Die Barbetreiber müssen je eine Busse von 1500 Franken sowie Verfahrenskosten von je 700 Franken zahlen – total 4400 Franken.

3 Kommentare
Robert Müller

Die Machtdemonstration unserer Staatsgewalt nimmt immer mehr Fahrt auf. Die ehemals freie Bevölkerung der Schweiz wird durch die Hintertür  domestiziert und macht grösstenteils noch mit.

gerd.mann

@Robert Müller: Sie haben ja so recht. Wir sollten uns auch gegen Sperrungen von lawinengefährdeten Hängen im Winter und gegen das Verbot betrunken Auto zu fahren wehren. All diese Massnahmen schränken unsere Freiheit ein. Was sind schon die mehr als 10'000 Toten durch COVID-19 in der Schweiz, wenn das Recht sich abends, ohne Impfung und ohne Maske, zu betrinken auf dem Spiel steht. Nun ohne Ironie: Ich finde es bemerkenswert, dass ausgerechnet diejenigen, die sich am wenigsten mit den Massnahmen zur Bewältigung der Pandemie abfinden können, durch ihr Verhalten zur Verlängerung der Pandemie beitragen. Dies auf Kosten und auf dem Rücken ihrer Mitmenschen. Die Kehrseite individueller Freiheit ist die gesellschaftliche Verantwortung. Dies scheinen einige Advokaten der "freien Bevölkerung" vergessen zu haben. Was denken Sie über Mitmenschen, die durch das eigene Verhalten die Gesundheit und das Leben von Anderen gefährden?

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