Coronazahlen
Mehr als die Hälfte der Ansteckungen im Aargau wegen Mutationen: Kanton warnt vor Gefahr einer dritten Welle

In den letzten Tagen stagniert die Zahl der neuen Coronafälle im Aargau, zuletzt stieg sie sogar wieder leicht. Zusammen mit dem zunehmenden Anteil von Mutationen bestehe das Risiko für einen erneuten und möglicherweise raschen Anstieg der Pandemie, heisst es im aktuellen Bulletin des Kantonsärztlichen Dienstes.

Fabian Hägler
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Das Kantonsspital Aarau kann nun alle positiven Covid-Tests auch auf allfällige Mutationen testen und muss diese nicht mehr zur Überprüfung nach Zürich schicken.

Das Kantonsspital Aarau kann nun alle positiven Covid-Tests auch auf allfällige Mutationen testen und muss diese nicht mehr zur Überprüfung nach Zürich schicken.

Britta Gut

Seit rund einer Woche stagnieren die Fallzahlen im Aargau «auf einem hohen Niveau mit 60 bis 80 Neuinfektionen täglich», heisst es im Bulletin des Kantons. Ende dieser Woche stiegen die Zahlen sogar leicht an – bis auf 89 Neuinfektionen pro Tag – nachdem sie zuvor seit Weihnachten deutlich zurückgegangen waren.

Bis zum 25. Februar – die Zahlen für das Wochenende liefert der Kanton am Montag – wurden im Aargau insgesamt 701 Fälle von Ansteckungen durch mutierte Viren registriert. In Kombination mit der Stagnation der Fallzahlen bestehe das Risiko für einen erneuten und möglicherweise raschen Anstieg der Pandemie mit der Ausbreitung der neuen Varianten des Coronavirus weiterhin, warnt der Kantonsärztliche Dienst im Bulletin.

50 bis 60 Prozent der Infektionen durch mutierte Viren ausgelöst

Inzwischen seien rund 50 bis 60 Prozent der neuen Aargauer Fälle auf eine Virusmutation zurückzuführen, teilt der Kanton mit. Diese ansteckenderen Varianten - die britische, südafrikanische und brasilianische Mutation - können seit einigen Tagen auch im Labor des Kantonsspitals Aarau nachgewiesen werden.

Leicht gestiegen ist in den vergangenen Tagen die Zahl der Covidpatienten auf den allgemeinen Abteilungen der Aargauer Spitäler. Rückläufig war hingegen die Zahl der Patienten auf den Intensivpflegestationen. Zurzeit sei jeweils rund ein Viertel der Intensivstationen der Spitäler mit Covid-19-Erkrankten belegt, heisst es im Bulletin. Die Gesamtbelegung der Intensivstationen konnte reduziert werden, sie liegt nun beim Zielwert von rund 80 Prozent.

Die Impfkampagne im Aargau läuft seit dem 5. Januar. Bis zum 25. Februar haben 41'574 Personen die Erstimpfung erhalten, 16'338 Personen wurden schon zweimal geimpft. Bisher sind dem Kanton 74'625 Impfdosen geliefert worden. Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati hat am Donnerstag beim Treffen mit Bundesrat Alain Berset für Mai weitere grössere Impfstoff-Lieferungen in Aussicht gestellt.