Coronavirus
Im Kanton Aargau hat sich die Lage seit vergangener Woche «leicht entspannt»

Weniger Fälle, ähnliche Anzahl Tests und eine generell tiefere Positivitätsrate: Im Aargau verbessert sich die Situation rund um das Coronavirus. Geimpft wird ebenfalls fleissig. Die Herdenimmunität ist aber noch weit weg.

Alessandro Crippa
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Im Kanton Aargau verzeichnen die Intensivstationen in den Spitälern derzeit einen Patienten-Rückgang.

Im Kanton Aargau verzeichnen die Intensivstationen in den Spitälern derzeit einen Patienten-Rückgang.

Bild: dpa

Rückt das Ende der Coronapandemie tatsächlich näher? Die aktuell rückläufigen Infektionszahlen und auch die sinkende Anzahl der Patienten in den Spitälern lassen es zumindest vermuten. Daneben weckt das am Mittwoch vom Bundesrat vorgestellte Impfzertifikat weitere Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Epidemie. Wir werfen einen Blick auf die Gesamtsituation im Kanton Aargau.

Die Lage

Auch im Aargau scheint sich die Lage – wenn auch nur leicht – zu entspannen, wie dem aktuellsten Corona-Wochenbulletin des Kantons zu entnehmen ist. Der Hauptgrund dafür ist die reduzierte Bettenauslastung auf den Intensivstationen. Die Anzahl der wegen einer Covid-19-Infektion Behandelten sei ebenso rückläufig wie die Anzahl der «Nicht-Corona-Patienten», schreibt der Kanton.

Am Donnerstag verzeichnete der Kanton Aargau insgesamt 40 Personen, die wegen einer Corona-Infektion im Spital waren. Elf davon waren oder sind auf Intensivpflege angewiesen. Eine Woche zuvor wurden noch 69 Corona-Patienten verzeichnet, wovon 16 auf der Intensivstation behandelt werden mussten.

Für den Donnerstag sind 64 Neuinfektionen registriert worden. Der Vergleich mit dem gleichen Tag in der Vorwoche ist weniger aussagekräftig als sonst, weil es sich mit Auffahrt um einen Feiertag handelte. Es wurden 60 Fälle verzeichnet. Allerdings: Zwei Wochen zuvor wurden 121 neue Fälle registriert, vor drei Wochen 136. Auch die 7-Tage-Durchschnitts-Inzidenz ist rückläufig: Per Donnerstag beträgt sie 12,1 – in der Vorwoche 14,5.

Anfang Mai hat der Kanton Aargau seine Testoffensive in Betrieben, Schulen und Unternehmen gestartet. Bis zu 200'000 Personen pro Woche sollen ab Mitte Juni im Kanton Aargau getestet werden. Um den Anmeldeprozess zu beschleunigen, steht interessierten Unternehmen ab sofort ein Self Check-in zur Verfügung. Das neue Verfahren ist einfacher als bisher: Bereits wenige Tage nach der Anmeldung soll das Test-Kit in den entsprechenden Unternehmungen eintreffen.

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Die Todesfälle

Wirft man einen Blick auf die Todesfallzahlen, fällt auf, dass im Zeitraum vom 6.-13. Mai drei Personen und vom 14.-20. Mai vier Personen an oder mit Corona verstorben sind. Die zweite Zahl könnte wegen allfälliger Nachmeldungen noch ansteigen. Die verstorbenen Personen waren vom 6.-13. Mai zwischen 74 und 82 Jahre alt (Durchschnitt: 78) und im Zeitraum vom 14.-20. Mai lag das Alter der Verstorbenen zwischen 62 und 81 Jahren. Der Kanton schreibt, dass die Personen meistens im Spital versterben.

Die Impfkampagne

Die Impfkampagne des Kantons schreitet weiter voran. Aktuell sind mindestens 201'201 Personen bereits einmal geimpft worden, 124'543 haben bereits die zweite Impfdosis verabreicht bekommen. Dem Aargau wurden bisher 376'050 Dosen des Impfstoffs geliefert. Das bedeutet, dass rund 86,6 Prozent der gelieferten Impfdosen bereits verabreicht worden sind. Die Herdenimmunität wird dennoch nicht gleich in den kommenden Tagen erreicht. Wie Recherchen der AZ zeigen, müssten im Aargau noch rund 175'000 Personen geimpft werden, bis man von der viel besagten Herdenimmunität sprechen kann.