Coronavirus
FHNW in der Kritik wegen Prüfungen vor Ort – welche Möglichkeiten gibt es für Studierende mit positivem Test?

Die Prüfungsphasen an vielen Fachhochschulen und Universitäten laufen. Oft werden die Studierenden vor Ort geprüft. Das passt nicht allen. Wie die Fachhochschule Nordwestschweiz mit der Situation umgeht.

Alessandro Crippa
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Campus Brugg-Windisch: Auf dem Areal rechts könnte eine neue Mittelschule entstehen.

Campus Brugg-Windisch: Auf dem Areal rechts könnte eine neue Mittelschule entstehen.

Claudia Meier

Büffeln, schlafen, büffeln, essen, büffeln, schlafen. In etwa so lassen sich aktuell die Tage von fleissigen Studierenden zusammenfassen. Die Prüfungsphasen an vielen Hochschulen und Universitäten laufen oder stehen kurz bevor. Dass da die Nerven hin und wieder blank liegen, liegt auf der Hand.

Ob die Studierenden ihre Semesterprüfungen vor Ort oder zuhause, also online, ablegen müssen, hängt ganz von der Hochschule oder der Universität ab, die sie besuchen.

Corona-Infektion sollte das Studium nicht verlängern

Die «bz Basel» hatte anfangs der Woche darüber berichtet, dass an der Universität Basel auch coronapositive Studentinnen und Studenten an Prüfungen teilgenommen hätten. Diese hätten Angst gehabt, dass sie durch eine verpasste Prüfung länger für ihren Abschluss brauchen.

Doch was passiert, wenn man aufgrund eines positiven Coronatests nicht an einer Prüfung teilnehmen kann? Was passiert, wenn man eine Prüfung verpasst, wenn man in Quarantäne ist? Laut Dominik Lehmann, Leiter Kommunikation, bietet die Mehrheit der Hochschulen der FHNW individuelle Lösungen, meist Nachholtermine an. «Die Nachholtermine befinden sich meist im selben Prüfungsfenster.» Aus organisatorischen Gründen können die Prüfungen jedoch erst im nächsten Semester nachgeholt werden.

«Die FHNW ist jedoch bestrebt, dass die Corona-Massnahmen für die Studierenden zu keiner Verlängerung ihres Studiums führen.»
Dominik Lehmann.

Dominik Lehmann.

Screenshot FHNW

Coronapositiv an die Prüfung kann schwerwiegende Folgen haben

Die FHNW hat ihren grössten Standort in Brugg-Windisch. Fälle, bei denen Studierende trotz positivem Coronatest an einer Prüfung teilnahmen, sind der FHNW nicht bekannt, wie Lehmann gegenüber «ArgoviaToday» bestätigte. Studierende, die coronapositiv an eine Prüfung gehen, verstossen gegen das Schutzkonzept der Hochschule und müssen mit «studienrechtlichen Sanktionen» rechnen. Das kann ein Verweis sein, aber auch der dauernde Ausschluss aus dem Studium, wie Lehmann erklärt. Welche Sanktion in einem Einzelfall ergriffen wird, hänge aber von den konkreten Umständen ab.

Aktuell steht die Fachhochschule Nordwestschweiz bei ihren Studierenden in der Kritik, weil sie grösstenteils auf Präsenzprüfungen setzt – auch am Standort in Brugg-Windisch im Bereich Technik und Wirtschaft.

Angehende Lehrpersonen legen mehrheitlich Online-Prüfungen ab

Aber warum eigentlich? Ist dies technisch oder infrastrukturell bedingt? Lehmann antwortet: «Es ist der FHNW ein Anliegen, den Studierenden das Studieren und Ablegen von Prüfungen in einem sicheren Umfeld auch vor Ort zu ermöglichen.» Die Prüfungen an den Hochschulen der FHNW würden gemäss diesen Vorgaben des Bundesrates «sorgfältig geplant». Mit der Einhaltung des Schutzkonzepts der FHNW und mit den 3G-Schutzmassnahmen seien die Studierenden «bestmöglich geschützt».

Zudem könnten so kurzfristige Veränderungen im Prüfungsablauf verhindert werden, sodass die Studierenden sich angemessen vorbereiten können und die Rechtssicherheit der Prüfungen gewährleistet werden kann, schreibt Lehmann weiter.

Einzig bei den angehenden Lehrpersonen, beim Studiengang der Pädagogischen Hochschule würden im Durchschnitt mehr als die Hälfte der Prüfungen online durchgeführt, erklärt Lehmann.

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