Coronaskeptiker
Unbewilligte Coronademos: Polizei wird mit Grossaufgebot vor Ort sein – Unbeteiligte werden aufgefordert, Aarau und Wettingen zu meiden

Obwohl die beiden Corona-Demonstrationen in Aarau und Wettingen offiziell abgesagt sind, rechnet die Polizei offenbar mit einem Aufmarsch. Sie hat sich vorbereitet und fordert sowohl Demonstranten als auch Unbeteiligte auf, Aarau und Wettingen an diesem Tag zu meiden.

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Bild vom Protestmarsch des Vereins «Stiller Protest» gegen die Corona-Massnahmen am 20. Februar 2021 in Wohlen.

Bild vom Protestmarsch des Vereins «Stiller Protest» gegen die Corona-Massnahmen am 20. Februar 2021 in Wohlen.

Andre Albrecht

Offiziell sind die Coronademonstrationen vom Samstag in Aarau und Wettingen zwar abgesagt. Trotzdem rechnet die die Aargauer Kantonspolizei offenbar damit, dass es zu Demonstrationen kommen wird, einfach illegal.

Denn in den vergangenen Tagen geisterten mehrere Aufrufe durchs Internet, nach Aarau und Wettingen an die verbotene Demonstration zu gehen.

Video mit Aufforderung, zuhause zu bleiben

Entsprechend bereitet sich die Aargauer Kantonspolizei auf den morgigen Tag vor. Man werde «mit einem grösseren Aufgebot» vor Ort sein, wird mitgeteilt. Ausserdem werden Polizisten aus anderen Kantonen die Aargauer Polizisten unterstützen.

Die Aargauer Kantonspolizei ist mittlerweile auch selbst in den Sozialen Medien aktiv geworden. Ein Video von Corina Winkler, Dienstchefin Kommunikation, wurde gepostet. Darin fordert sie die Demonstranten auf, nicht nach Aarau oder Wettingen zu kommen.

Der Appell der Kantonspolizei Aargau im Video.

Kapo AG

Und auch Unbeteiligte werden aufgefordert, die beiden Städte zu meiden. Die Kapo-Sprecherin sagt: «Wir bitten die unbeteiligte Bevölkerung, am Samstag, 08. Mai 2021, auf Besuche in Aarau und Wettingen zu verzichten. So können Sie uns unterstützen, unseren Auftrag zu erfüllen.»

Ist dieser Aufruf möglicherweise ein Hinweis darauf, dass die Polizei vorhat, die Demonstrationen gewaltsam aufzulösen? Diese Frage beantwortet Winkler nicht. Sie schreibt: «Wir beobachten die Lage laufend. Unser Vorgehen richtet sich nach der Lage.»

Minidemo vor einem Jahr, Protest in weissen Anzügen im Dezember 2020

Sollte es morgen zu einer unbewilligten Demonstration in Aarau kommen, wäre dies nicht die erste Kundgebung gegen die Coronamassnahmen in der Kantonshauptstadt. Vor fast genau einem Jahr, am 16. Mai 2020, versammelte sich eine kleine Gruppe von rund zwei Dutzend Personen im Kasinopark zu einer Kundgebung. Die Kantonspolizei war vor Ort, ermahnte die Demonstranten zum Einhalten der Abstandsregeln und führte Gespräche mit ihnen.

Schon deutlich grösser war die Demonstration des Vereins «Stiller Protest» am 12. Dezember 2020. Damals zogen rund 250 Personen in weissen Schutzanzügen vom Bahnhof zum Kirchenplatz, wo eine Kundgebung stattfand. Die Veranstaltung fand in einer Zeit mit hohen Infektionszahlen und stark ausgelasteten Spitälern statt, sie verlief gemäss einem Beitrag von Tele M1 störungsfrei und nach Plan.

Vor fünf Monaten, am 12. Dezember 2020, zogen rund 250 Personen bei einem Protestmarsch in weissen Anzügen durch Aarau.

Tele M1

Auf der Website des Vereins Stiller Protest heisst es, auf dem Marsch durch die Stadt seien die Demonstranten «von der äusserst kooperativen Aarauer Polizei» begleitet worden. Darauf können mögliche Demonstranten am Samstag nicht hoffen: Die Kundgebung am 12. Dezember war von der Stadtpolizei Aarau bewilligt, für morgen herrscht ein Demoverbot.