Point de Presse

Corona-Virus: Zwei neue Aargauer Fälle – doch vier der neun Infizierten sind schon wieder zu Hause

Der Kanton Aargau hat am Donnerstagnachmittag über den aktuellen Stand des Corona-Virus informiert. 160 Aargauer befinden sich in Quarantäne, neun sind am Virus erkrankt. Die Ausbreitung wird genau überwacht, es gibt aber auch Lockerungen.

Im Aargau gibt es zwei neue Fälle. Zugleich dürfen Corona-Kranke jetzt zu Hause in Isolation. Vier von neun Corona-Patienten sind daheim. Weitere Lockerungen dürften folgen. 

Corona ist weiter auf dem Vormarsch und daran dürfte sich so bald nichts ändern. Gab es am Mittwoch noch 60 bestätigte Fälle in elf Kantonen, waren es am Donnerstag schon 80 Fälle in 18 Kantonen. Auch im Aargau kamen zwei neue Fälle hinzu. «Es waren Leute aus dem Umfeld bereits Erkrankter, die in Quarantäne waren», sagt Kantonsärztin Yvonne Hummel. Damit sind im Aargau bisher 9 Personen am Virus erkrankt, die Zahl der Personen in Quarantäne stieg von 150 auf 160.

Isolation auch zu Hause möglich

Zugleich gibt es erste Lockerungen. So sind unterdessen vier der neun Corona-Patienten daheim in Isolation. Alles in Absprache mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG). Nach Hause kann selbstverständlich nicht jeder, sondern nur Fälle mit leichtem Krankheitsverlauf. Zudem muss die Möglichkeit der Isolation gewährleistet sein, der Kontakt mit Angehörigen also auf ein Minimum reduziert werden können. «Das ist in einem Einfamilienhaus wahrscheinlicher als in einer Dreizimmer-
Wohnung», sagt Hummel.

Hier können Sie die Medienkonferenz nachschauen: 

Die Lockerung bedeutet aber in keiner Weise eine Entspannung. Im Gegenteil. Sie hängt stark damit zusammen, dass sich das Corona-Virus ausbreitet. «Die Fälle im Aargau werden ansteigen. Es ist jetzt eine Frage des Managements. Wir müssen schauen, dass wir die Spitalressourcen für die Risikogruppen verfügbar machen», so Hummel.

Virus überlebt wohl nicht lange auf Oberflächen

Die Lockerung ist nicht nur im Sinne der Spitäler, sondern auch der Patienten. Oder schlafen Sie lieber in einem Spitalbett als in ihrem eigenen? Zugleich kann die Isolation daheim für Angehörige belastend sein. Auch wenn sie sich bezüglich des Isolationszimmers den Kopf nicht zu zerbrechen brauchen. «Das Virus überlebt auf Oberflächen nicht lange, wir gehen von maximal zwei Stunden aus», sagt Hummel. Ein Sonderkommando zur Desinfizierung des Raumes braucht es also nicht.

Die erwartete Zunahme von Infektionen wird mit grösster Wahrscheinlichkeit auch zu Lockerungen bei der Quarantäne führen. Vor allem auch, weil man davon ausgeht, dass man vor allem bei auftretenden Symptomen ansteckend ist. Zugleich aber rechnet Hummel damit, dass es zu weiteren Veranstaltungseinschränkungen kommen dürfte. Insbesondere für gefährdete Personengruppen. Vor allem Menschen über 65 Jahre und chronisch Kranke.

Das Veranstaltungsverbot des Bundes hat auch für die Infoline des Kantons zu einem rasanten Anstieg an Anfragen geführt. Urs Vogel, Chef der Infoline, ist seit letzten Mittwoch ununterbrochen am Arbeiten. Allein letzten Freitag kamen 650 Mails rein (bis gestern Mittag waren es insgesamt 1170), 570 mit Fragen zu Veranstaltungen, etliche mit unmittelbarer Dringlichkeit. Von Konzerten bis hin zu Gottesdiensten von Freikirchen war alles darunter.

Auch hat der Aargau vorgesorgt, falls man Menschen unter Quarantäne setzen müsste, die nicht im Kanton wohnen (z.B. eine Reisegruppe). «Die geschützte Operationsstelle (Gops) in Muri ist so vorbereitet, dass sie innert ein bis zwei Stunden eingesetzt werden könnte», versicherte Dieter Wicki, Leiter der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz. Die Wahrscheinlichkeit, dass man die Gops brauche, sei aber gering. (sel)

Hier finden Sie den Live-Ticker zum Nachlesen:

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