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Corona trifft die Ärmsten in Ruanda — Verheerende Auswirkungen der Ausgangssperre

Unter strengen Auflagen werden in Ruanda Lebensmittelpakete an die ärmsten Familien verteilt.

Unter strengen Auflagen werden in Ruanda Lebensmittelpakete an die ärmsten Familien verteilt.

Nicht das Virus selbst sondern der Hunger ist für viele Familien die grösste Bedrohung. Das Hilfswerk Margrit Fuchs konnte rasch und unkompliziert helfen.

Ruanda hat auf die ersten Coronafälle sehr schnell mit Grenzschliessungen, einem mehrwöchigen Lockdown mit Ausgangssperre und der Schliessung aller Schulen bis September reagiert. Bis heute wurden nach offiziellen Meldungen etwas über 2000 Infizierte und sieben Todesfälle gemeldet.

Die Auswirkungen einer Ausgangssperre für die arme Bevölkerung sind verheerend. Der grösste Teil dieser Menschen hält sich mit Gelegenheitsarbeiten wie Mithilfe auf den Feldern oder bei Bauarbeiten, als Lastenträger oder als Betreiber eines Velotaxis für Personen- oder Materialtransporte über Wasser. Man lebt von der Hand in den Mund und Lebensmittelvorräte haben die wenigsten Familien zu Hause. Somit ist nicht das Coronavirus für die Menschen die grösste Bedrohung, sondern der Hunger.

Hilfswerk musste viele Aktivitäten einstellen

Auch das Hilfswerk Margrit Fuchs Ruanda musste vor Ort viele seiner Aktivitäten einstellen oder zumindest reduzieren, da das Personal zu Hause bleiben musste. Um auf die dramatische Situation reagieren zu können, wurde rasch Kontakt zu den Behörden aufgenommen, um abzuklären, wie dem ärmsten Teil der Bevölkerung trotzdem geholfen werden kann.

Unter strengen Auflagen wie dem Einhalten der Abstandsregeln und wenn möglich dem Tragen von Masken haben diese zugestimmt, dass Lebensmittelverteilungen für die ärmsten Familien durchgeführt werden können. In drei Bezirken durfte eine Person pro Familie je ein Lebensmittelpaket mit Grundnahrungsmitteln wie Maniok, Mais, Bohnen und Reis abholen, das der Familie über die nächsten Tage zumindest eine bescheidene Mahlzeit pro Tag ermöglicht hat.

Lebensmittel für über 2000 Menschen organisiert

Insgesamt konnte das Hilfswerk mit dieser Aktion mehreren tausend Personen über die schwierige Zeit des Lockdowns hinweghelfen. Die allgemeine Ausgangssperre wurde mittlerweile aufgehoben, jedoch wurde eine neuerliche Ausgangssperre für einen Bezirk mit mehreren Neuinfizierten ausgesprochen. Der Bürgermeister hat das Hilfswerk kontaktiert und angefragt, ob es auch hier mit einer Lebensmittelverteilung helfen könne, da es sich um einen ohnehin sehr armen Bezirk handelt. So konnte eine weitere Verteilung für über 2000 Personen durchgeführt werden.

Die Dankbarkeit der Betroffenen und vor allem der Mütter ist sehr gross für diese Hilfe und auch die Bürgermeister der betroffenen Bezirke haben sich sehr anerkennend über diese weitere und unbürokratische Hilfestellung des Hilfswerk Margrit Fuchs geäussert.

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