Coronavirus

Corona-Schutzkonzepte sind zu anspruchsvoll: Immer mehr Gemeinden sagen ihre 1.August-Feiern ab

Am 1. August gibt es in diesem Jahr nicht überall Feuerwerk und Partystimmung. Das Coronavirus und die Schutzmassnahmen verunmöglichen viele Feiern. (Symbolbild)

Am 1. August gibt es in diesem Jahr nicht überall Feuerwerk und Partystimmung. Das Coronavirus und die Schutzmassnahmen verunmöglichen viele Feiern. (Symbolbild)

Die Hälfte der Bezirkshauptorte verzichtet in diesem Jahr auf eine Bundesfeier. Grund sind die anspruchsvollen Corona-Schutzkonzepte. Die Obergrenze von 300, die Abstandsregel und die Rückverfolgungsmöglichkeit bilden unausweichliche Stolpersteine. An den Festlichkeiten festhalten möchten wiederum Aarau und Muri.

Bundesfeiern Noch sind es fast zwei Monate, bis die Schweiz den ersten August feiert. Trotzdem sagen viele Gemeinden ihre Festlichkeiten schon jetzt ab. So finden mit Rheinfelden, Laufenburg, Unterkulm, Brugg und Lenzburg bereits in fünf Bezirkshauptorten keine Feiern statt.

Ausschlaggebend waren vor allem die erforderlichen Schutzmassnahmen. In Lenzburg will man die Bundesfeier wegen der Obergrenze von 300 Personen nicht durchführen. «Wenn man Leute abweisen und Namen von denen, die dabei sind, aufschreiben muss, ist es einfach kein öffentliches Volksfest mehr», erklärt Stadtschreiber Christoph Hofstetter. Nur wenig anders sieht dies in Laufenburg aus: «Die Anzahl Personen wäre kein Problem, aber mit den Abstandsregeln und ohne die Risikopersonen eine Feier durchzuführen, macht keinen Sinn», sagt die Gemeinde.

Auch Rheinfelden hat die traditionelle Bundesfeier samt Feuerwerk abgesagt. Die Vorgaben, die den Abstand von zwei Metern und eine Rückverfolgungsmöglichkeit aller Kontakte vorschreiben, erlaubten eine Durchführung der Feier nicht, wie die Stadt schreibt. Aus denselben Gründen findet auch die gemeinsame Feier von Brugg und Windisch nicht statt: «Für ein richtiges Fest sollte freies Bewegen möglich sein. Weil das dieses Jahr nicht möglich ist, wird die Feier abgesagt», bedauert Stefan Wagner, Gemeindeschreiber II von Windisch.

Bremgarten verzichtet auf das Feuerwerk

Auch für Unterkulm war die erforderte Kontrolle ausschlaggebend für die Absage: «Das Festgelände müsste abgesperrt und alle Teilnehmer müssten kontrolliert werden, so ist eine Feier kaum möglich», erklärt Gemeinderätin Corinne Läupi. Ausserdem seien die Besucher zu einem grossen Teil eher älter, weshalb schwer voraussehbar sei, wie viele Besucher denn tatsächlich an der Bundesfeier teilnehmen würden: «Wenn es möglich ist, dass am Schluss fast niemand kommt, wollen wir den Vereinen die Vorbereitung nicht zumuten.»

Ganz anders sieht die Lage in Bremgarten aus: Dort sagt man das Feuerwerk ab, weil man mit zu vielen Besuchen rechnet, nicht mit zu wenigen. «Wenn sonst nirgends Feuerwerke stattfinden, könnte es sein, dass mehr Publikum nach Bremgarten kommt. Und wir rechnen schon sonst mit rund 2000 Teilnehmern», sagt Stadtammann Raymond Tellenbach. Deshalb sei das Feuerwerk vorsichtshalber abgesagt. An der dazugehörigen Bundesfeier, an der 500 Personen erwartet werden, wolle man aber festhalten, so Tellenbach.

Ihre Festlichkeiten ebenfalls durchführen möchten Aarau und Muri: Beide Gemeinden haben zwar noch kein Schutzkonzept, planen dieses aber. In Aarau rechne man sowieso nicht mit mehr als 300 Personen und wolle die Feier deshalb durchführen, so die Stadt auf Anfrage. In Muri, wo Urs Hofmann als Festredner erwartet wird, verspricht man ebenfalls eine Einhaltung der Massnahmen. Das Detailkonzept werde man aber erst nach dem nächsten Lockerungsschritt in Angriff nehmen, erklärt Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger. Muri hofft auf eine Lockerung der Obergrenze von 300 Personen, damit keine Besucher abgewiesen werden müssten.

Noch nicht über eine Durchführung entschieden haben Zofingen und Baden. Entscheidend wird wohl der nächste erwartete Lockerungsschritt vom 24. Juni sein. Vonseiten Kanton können die beiden Gemeinden indes nicht auf Rat hoffen: Es gebe Schutzkonzepte, alles andere überlasse man den einzelnen Gemeinden, sagt Samuel Helbling vom Departement Volkswirtschaft und Inneres auf Anfrage.

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