Verschwörungstheorien
Corona-Podium in Aarau: Auch Wattwiler Arzt eingeladen, der Nazi-Vergleiche macht

Am Podium heute Freitagabend in Aarau sind als Gegenstimme zur offiziellen Corona-Politik nicht nur Leute wie der Corona-Verneiner Samuel Eckert eingeladen, der Verschwörungsideologien vertritt. Auch ein Wattwiler Amtsarzt ist auf der Liste, der in der Ostschweiz mit Nazi-Vergleichen für Aufsehen sorgt.

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Rainer Schregel (rechts) zu Gast bei Stricker.tv im Thurgau.

Rainer Schregel (rechts) zu Gast bei Stricker.tv im Thurgau.

Screenshot Youtube

«Pro und Contra Corona-Pandemie» ist der Titel der heutigen Podiumsdiskussion auf dem Schlossplatz in Aarau (ab 18 Uhr); organisiert hat der Anlass Theres Schöni von der "Lösungs-Orientierten Volksbewegung" (LOVB). Dabei sollen gemäss Einladung grundsätzliche Fragen diskutiert und gemäss Schöni alle Meinungen zu Wort kommen. So sind neben Regierungsrat Jean-Pierre Gallati für eine Eröffungsansprache, fünf Nationalräten und Bundes-Epidemiologe Marcel Tanner auch fünf Gäste eingeladen, welche die Corona-Politik ablehnen. Darunter sind auch Leute, die gar in Abrede stellen, dass das Corona-Virus überhaupt existiert und eine Manipulation der Regierenden und der Wissenschaftler dahinter sehen wollen. Einer davon ist der deutsche Unternehmer Samuel Eckert, der seine Anhänger via Youtube und an Demonstrationen einschwört, sich zu erheben gegen das Corona-Regime (die AZ berichtete).

Neben Eckert fällt im Vorfeld der Diskussion nun ein weiterer Teilnehmer des Podiums auf, der extreme Aussagen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie macht: Rainer Schregel aus Wattwil. Der Deutsche Schregel ist Amtsarzt und Hausarzt bei der Kette Medbase. Er schreibt unter anderem auf Facebook: «Ausser bei den Nazis sind noch nie Lehre, Wissenschaft und Medizin so missbraucht und vergewaltigt worden, wie es heutzutage geschieht.» Auf Anfrage des «Tagblatts», das wie die AZ zu CH Media gehört, ob er seine Ansichten zu Corona auch in seiner Praxis umsetze, betonte Schregel, die Äusserungen auf Facebook habe er ausschliesslich als Privatmensch getätigt. Sein Arbeitgeber Medbase, das mehrheitlich der Migros Genossenschaft gehört, unterstreicht dies und betont allgemein, dass Medbase sich mit aller Vehemenz von politisch inkorrekten Aussagen und Vergleichen distanziere.

Nach der Publikation des Artikels im «Tagblatt» griff Arzt Schregel die betroffene Journalistin persönlich und herablassend an. In einem Facebook-Post (den er später löschte) unterstellt er der Autorin unter anderem, dass ihr der Artikel ein «feuchtes Träumchen» beschert habe. Die Polemik gipfelte in der Aussage, die Journalistin wäre von Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels wohl als «mein kleines Mädchen» bezeichnet worden.

In der Folge eröffnete das Gesundheitsdepartement ein Verfahren gegen Schregel und berief ihn vorsorglich als Amtsarzt ab, wie der Kanton St.Gallen in einer Mitteilung vom Freitag schreibt.

Heute Abend tritt Schregel in Aarau auf. Voraussichtlich und gemäss Teilnehmerliste zumindest.

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