Eine Wirtin und zwei Wirte im Beitrag von Tele M1.

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Zugangsbeschränkung
So rüsten Aargauer Beizen auf, um weiterhin Gäste ohne Covid-Zertifikat empfangen zu können

Ab Montag darf man nur noch geimpft, genesen oder getestet ins Innere von Restaurants. Damit sie Gäste ohne Zertifikat weiterhin bewirten können, werden Aargauer Gastronomen kreativ.

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Susi Chouchene, Wirtin der Joia Lounge Bar in Unterkulm, will weiterhin für ihre Gäste ohne Covid-Zertifikat da sein. Sie finden künftig in einem Zelt Platz. «Wir stellen ab nächster Woche draussen ein Zelt auf, damit die nicht geimpften Gäste auch beieinander sitzen können», sagt Chouchene zum Regional-TV-Sender Tele M1.

Im Provisorium des «Eichbergs» in Seengen hat Gastgeber Eli Wengenmaier Felle und Decken organisiert. Auch Heizpilze sind ein Thema, damit die Gäste ohne Covid-Zertifikat bei kühleren Temperaturen zusammensitzen können. «Wir haben eine grosse, überdachte Terrasse. Diese werden wir aufrüsten», sagt Wengenmaier.

Gemäss Gastro Aargau wollen sich nur vereinzelt Wirte der Zertifikatspflicht widersetzen. Einer, der sich dagegen wehrt und das öffentlich kundtut, ist der Muotathaler «Höllloch»-Wirt Bruno Suter. Er will Gäste ohne Zertifikat weiterhin in den Innenräumen bedienen. Auf die Frage, ob das nicht teuer werden könnte, antwortet er: «Damit muss ich rechnen.»

Der Bundesrat hat die Ausweitung des Covid-Zertifikats am Mittwoch beschlossen. Ab Montag gilt sie unter anderem in den Innenbereichen von Restaurants, Fitnesscentern und Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Grund für die Ausweitung ist die angespannte Lage in den Spitälern.

Wer als Gast gegen die Zertifikatspflicht verstösst, kann mit 100 Franken gebüsst werden. Einrichtungen und Veranstaltungen, die die Pflicht nicht beachten, droht eine Busse bis hin zur Schliessung der Betriebe. Für die Kontrolle sind die Kantone zuständig. (mwa)

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remus.lochmann

In Restaurants haben sich bis dato im Kanton Aargau seit dem 11. Mai 2020 (Contact Tracing) 34 Personen infiziert. Quelle Kanton Aargau Stand 7.9.2021 Zum Vergleich  in Familien 15'472 Personen, Unbekannt 23'905 Personen, Arbeitsplatz 4'021, Bekannte/ Nachbarn 2'233, Einreise Ausland 1'672, um nur ein paar zu nennen. Das Risiko sich in einem Restaurant zu infizieren ist zum Beispiel in der Familie 300 mal höher als im Restaurant. Das man mit dem Zertifikat in Restaurants vielen Menschen den sozialen Kontakt raubt, scheint mir der grössere Schaden zu sein. Viel Sozialkompetenz hat unsere Regierung mit dieser unverhältnismässigen Massnahme nicht gezeigt.

Fabian Künzle

Das das Contact Tracing im absoluten Blindflug ist und nur gerade die einfachsten Ansteckungswege (also private Treffen) findet, sollte inzwischen bekannt sein.

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