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Corona-Beschränkung sorgt für Schlange vor Klingnauer Badi – in Wohlen gilt noch die Zwei-Meter-Regel

Der Coronasommer fordert die Aargauer Badis: In Klingnau sorgt die Pandemie für Einschränkungen. (Archivbild)

Der Coronasommer fordert die Aargauer Badis: In Klingnau sorgt die Pandemie für Einschränkungen. (Archivbild)

Erstmals wurde die Maximalzahl der erlaubten Gäste in der Badi Klingnau übertroffen. Während sich dort vor dem Eingang eine Schlange bildete, verzichten andere Freibäder auf das Zählen ihrer Besucherinnen und Besucher.

Seit 23 Jahren ist Urs Zimmermann Bademeister in Klingnau. Einen Tag wie den vergangenen Sonntag hat er aber wohl noch nie erlebt. Auf einmal bildete sich vor dem Freibad eine längere Schlange. Grund war die erstmals seit Beginn der Coronapandemie erreichte Maximalzahl der vor Ort erlaubten Personen. Entsprechend positiv fällt das Fazit nach den beiden Hitzetagen aus. «Wir hatten tatsächlich ein extrem gutes Wochenende. Am Sonntag waren es über den ganzen Tag verteilt 1233 Personen», so Zimmermann.

Weil sich zwischenzeitlich 900 Badebegeisterte auf einmal im Wasser und auf der Wiese tummelten, mussten die später angekommenen Personen sich gedulden. Wie Zimmermann betont, beruhigte sich die Lage allerdings schnell wieder. Mehr als eine halbe Stunde musste keiner auf den Einlass warten. Trotzdem spürt man laut Zimmermann derzeit gut, dass viele Personen nicht wie gewöhnlich ins Ausland fahren. Er spricht vom drittbesten Juli seiner bisherigen Karriere – trotz Corona und den damit verbundenen Einschränkungen.

In Windisch dürfen wieder mehr Personen in die Badi

Bei der Berechnung der Maximalzahl stützt sich das Freibad Klingnau auf das Schutzkonzept des Verbandes Hallen- und Freibäder. Wo keine kantonalen Vorgaben vorhanden sind, empfiehlt dieser auf die gesamte Schwimmbadfläche bezogen fünf Quadratmeter pro Person. Noch bis am 24. Juni war von zehn Quadratmetern pro Person die Rede. Diese Richtgrösse fiel mit den Anpassungen des Bundesamtes für Gesundheit.

Auf diese Entwicklung direkt reagiert hat man im Freibad Heumatten in Windisch. Während Ende Juni nur 650 Schwimmerinnen und Schwimmer gleichzeitig erlaubt waren, sind es nun mit den Lockerungen schon 1500. Auf einmal erreicht wurde diese Maximalzahl noch nie, wie Bademeister Markus Hung sagt. «Am Sonntag waren wir aber nahe dran. Insgesamt waren über den Tag verteilt um die 1600 Personen vor Ort.» Weil die Zahl von 1100 bis 1200 Badegästen zu keiner Zeit überschritten wurde, musste in Windisch niemand anstehen. Überhaupt fällt das Fazit bis jetzt eher gemischt aus. «Erst jetzt erleben wir die richtigen Hitzetage. Auf die sind wir angewiesen. Sobald es heiss sind, ist es ähnlich wie sonst», so Hung.

Aarau: Keine Beschränkung mehr bei der Besucherzahl

Die Einschränkungen ganz aufgehoben hat das Freibad Schachen in Aarau. Bisher konnte jeweils in Echtzeit verfolgt werden, ob erlaubten 920 Personen erreicht wurden. Nach den Lockerungsmassnahmen können die Besucherinnen und Besucher ohne diesen Vorabcheck in die Badi strömen. Nun müsste nur noch das Wetter weiter mitspielen. Wie im Schwimmbad Windisch vermisst man auch in Aarau zu Beginn der Saison die sonnigen Tage. «Im Juni war das Wetter nicht optimal, damals hatten wir nicht viele Eintritte. Erst jetzt, wo es so warm ist, hat es mehr Badegäste», so Badmeister Rene Hächler.

So wurden am Wochenende 2750 Personen gezählt. Trotzdem ist der Respekt vor der Pandemie vorhanden. «Einen grösseren Andrang der Daheimgebliebenen gab es bis jetzt noch nicht. Es verläuft schubweise. Man merkt, dass die Leute noch vorsichtig sind, auf Abstand gehen oder die Freibäder gar ganz meiden», so Hächler. Massnahmen getroffen hat auch das Freibad selbst. Wie an den anderen Orten auch werden beispielsweise die Drehkreuze und Handläufe desinfiziert. 

Wo die frühere 2-Meter-Abstandsregel noch gilt

Auch im Schüwo Park in Wohlen bleibt man vorsichtig. An den zehn Quadratmetern Fläche pro Person wird festgehalten. Wie schon seit Beginn der ersten Lockerungen sind 2085 Personen vor Ort erlaubt. Auch die 186 Plätze in den verschiedenen Schwimmbecken werden kontrolliert. Bewusst hat man sich in Wohlen der ungewissen Lage wegen dagegen entschieden, die Vorgaben zu ändern. «Solange Corona ein Thema ist, werden wir diese Einschränkungen beibehalten. Auch die 2-Meter-

Abstandsregel gilt im Schüwo Park noch», so Geschäftsführer Christian Meier. So sei man definitiv auf der sicheren Seite und müsse beispielsweise die Kleber am Boden nicht immer wieder neu anbringen.

Obwohl Meier froh ist, dass die Badi in Zeiten der Pandemie überhaupt geöffnet werden konnte, fehlten in den Monaten Juni und Juli verglichen mit dem Vorjahr um die 2500 Gäste. Weil durch das Desinfizieren ein zusätzlicher Mehraufwand entsteht, fällt das Fazit bis jetzt nicht wirklich rosig aus. Immerhin kam es vor der Badi selbst an den Hitzetagen nie zur Bildung einer Warteschlange. Für Meier stand schnell fest, dass der Schüwo Park so oder so geöffnet werden soll: «Die Badi gehört der Gemeinde und somit der Allgemeinheit. In Zeiten, in denen man nicht gross ins Ausland fahren kann, wäre es fatal gewesen, sie nicht zu öffnen.»

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