Ferien

Corona beeinflusst ihr Reiseverhalten: Wo die Aargauer Regierungsräte ihre Sommerferien verbringen

Desirée und Landammann Markus Dieth im letzten Herbst im Klöntal. Auch heuer bleiben Dieths in der Schweiz.

Desirée und Landammann Markus Dieth im letzten Herbst im Klöntal. Auch heuer bleiben Dieths in der Schweiz.

Die Aargauer Regierungsräte werden in ihrem Ferienreiseverhalten markant durch das Coronavirus beeinflusst. Dringende Entscheide sollen jederzeit möglich sein.

Der Grosse Rat hat diese Woche das neue Polizei- und das neue Spitalgesetz aufgegleist. Nach einer intensiven Sitzung verabschiedete er sich in die politische Ferienpause. Auch die Kantonsregierung tagte am Mittwoch ein letztes Mal vor den Ferien. Jetzt kann sie einen Gang zurückschalten. Wie viel Musse die fünf Regierungsräte und die Staatsschreiberin dann tatsächlich haben, hängt aber massgeblich von der weiteren Entwicklung der Coronapandemie ab, davon also, ob die Fallzahlen trotz der jüngsten Entscheide des Bundesrats und auf kantonaler Ebene (Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr, Ausweispflicht in Clubs) weiter steigen. Für den Fall, dass ein wichtiger Entscheid nötig werden sollte, sei man gewappnet, versichert Regierungssprecher Peter Buri: «Es ist sichergestellt, dass auch während der Ferienzeit jederzeit Regierungsentscheide gefällt werden können, wenn dies notwendig ist.»

Doch wohin entschwinden die Regierungsräte in die Ferien? Letztes Jahr visierten sie Ziele in der Schweiz und im Ausland an. Die Familie von Stephan Attiger zog es nach Spanien, Staatsschreiberin Vincenza Trivigno war für Wander- und Tauchferien in Australien, Bildungsdirektor Alex Hürzeler und seine Frau fuhren mit dem Mini-Cooper durch die Sächsische Schweiz, Urs Hofmann war in Südfrankreich und im Tessin, Markus Dieth ebenfalls teilweise in Frankreich, teilweise im Emmental.

«Aargau geniessen»

Diesmal bleiben sie meist in der Nähe. Landammann und Finanzdirektor Markus Dieth etwa nimmt sich zwei Wochen frei und wird in dieser Zeit als Heimweh-Davoser in Graubünden und im Wallis, aber auch im Aargau selbst anzutreffen sein. Sein Motto: «Aargau geniessen, Wandern, Töfftour.» Er hat nicht vor, Arbeit mit in die Ferien zu nehmen. Anzunehmen ist aber, dass er im Juli und anfangs August sehr intensiv mit der Erstellung des Budgets für 2021 beschäftigt ist. Dieses ist wegen der Coronapandemie mit sehr vielen Unsicherheiten behaftet. Dieth macht kein Geheimnis daraus, dass nächstes Jahr coronabedingt mit deutlichen Mindereinnahmen zu rechnen ist.

Für rund drei Wochen verabschiedet sich Landstatthalter und Baudirektor Stephan Attiger in die Ferien. Ihn und seine junge Familie zieht es dabei in die Innerschweiz, eventuell auch auf eine Insel im Mittelmeer. Letzteres hängt von der weiteren Entwicklung der Coronabedrohung ab. Angesagt sind bei Attiger Wandern, Baden und Velofahren. Radeln übrigens mit herkömmlichen Velos, ohne Elektromotor. Attiger nimmt Arbeit in die Ferien mit.

Keine Arbeit im Gepäck, aber jederzeit erreichbar

Ebenfalls für drei Wochen verabschiedet sich Justiz- und Polizeidirektor Urs Hofmann in die Ferien. Erneut sucht sich seine Familie dafür den Kanton Tessin aus, aber auch das Wallis. Er beabsichtige nicht, Arbeit mitzunehmen, sagt Hofmann, ist aber erreichbar.

Für zehn Tage zieht es Bildungsdirektor Alex Hürzeler und seine Frau in den Kanton Graubünden. Auch er beherzigt also den Aufruf von Bundesrat Ueli Maurer, Ferien in der Schweiz zu machen. Hürzeler will die Schweizer Bergwelt geniessen und wandern. Wie Hofmann nimmt auch er keine Arbeit mit in die Ferien, ist aber erreichbar.

Noch nicht entschieden, wo und wie lange sie Ferien machen, haben der neue Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati und Staatsschreiberin Vincenza Trivigno.

Eine gesetzliche Ferienregelung für Regierungsräte gibt es übrigens nicht. Sie sind grundsätzlich 365 Tage im Jahr im Amt. Ferien beziehen können sie laut Peter Buri unter Berücksichtigung der anfallenden Arbeit und der Regierungssitzungen.

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