Gericht
«Chloroform-Unhold» wehrt sich gegen die Verwahrung

Der 69-jährige Sexualstraftäter U. B., der in den 1970er-Jahren im Seetal und in angrenzenden Gebieten wütete, will nicht verwahrt werden.

Nadja Rohner
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«Chloroform-Unhold» im «Badener Tagblatt», 19.6.80

«Chloroform-Unhold» im «Badener Tagblatt», 19.6.80

Der «Chloroform-Unhold» U. B. will nicht verwahrt werden. Im Mai hatte das Straf- und Massnahmenvollzugs- gericht des Kantons Wallis die Verwahrung angeordnet.

U. B., der die Strafe für seine Taten im Aargau abgesessen und später im Wallis und in der Waadt auf dieselbe Art wieder junge Mädchen missbraucht hatte, ist als «Chloroform-Unhold» bekannt. Er betäubte seine Opfer in deren Schlafzimmern mithilfe von Trichloräthylen. Das Walliser Gericht hatte nach Ablauf einer stationären therapeutischen Massnahme, gestützt auf Gutachten, befunden, B. sei therapieresistent und zeige keine Tateinsicht. Deshalb sei eine Verwahrung angezeigt.

U. B. hat dieses Urteil angefochten, es ist derzeit beim Kantonsgericht Wallis als nächsthöhere Instanz hängig. Bevor das Kantonsgericht aber ein Urteil fällen kann, muss das Bundesgericht über ein parallel laufendes Ausstandsgesuch gegen einen Richter entscheiden. Derweil sitzt U. B. in Sion in Haft.