Gericht

«Chloroform-Unhold» bleibt vorerst in Sicherheitshaft

U. B. betäubte junge Mädchen mithilfe von Chloroform und missbrauchte sie. ( «Badener Tagblatt», 19. Juni 1980)

U. B. betäubte junge Mädchen mithilfe von Chloroform und missbrauchte sie. ( «Badener Tagblatt», 19. Juni 1980)

Der Anwalt des Aargauer «Chloroform-Unhold» hatte vor dem Walliser Gericht die sofortige Freilassung seines Mandanten beantragt. Vorerst wurde die Sicherheitshaft des dutzendfach verurteilten Sexualstraftäters jedoch verlängert.

Der Aargauer «Chloroform-Unhold» kommt nicht frei: Das Walliser Zwangsmassnahmengericht hat die Sicherheitshaft für den 69-jährigen U. B. vorläufig bis mindestens 18. Mai verlängert. Sie wäre ansonsten vorgestern abgelaufen.

U. B. ist Ende der 1970er-Jahre in mehrere Dutzend Häuser der Region – vor allem im Seetal – eingestiegen. Dort hat er versucht, junge Mädchen mithilfe von Chloroform zu betäuben und zu missbrauchen, in einigen Fällen ist ihm das gelungen.

Zwar wurde er gefasst und verurteilt; nach Absitzen seiner Haftstrafe zog er jedoch ins Wallis, wo er in den 1990er- und 2000er-Jahren auf die gleiche Art weitere Delikte verübte, bis er 2007 gefasst wurde. Weil er von einer Gutachterin für therapierbar gehalten wurde, wurde U. B. nicht verwahrt, sondern zu einer stationären therapeutischen Massnahme verurteilt.

Aktuell streitet sich U. B. mit den Gerichten darum, ob diese Massnahme verlängert wird oder nicht. Die Walliser Vollzugsbehörde sieht, gestützt auf ein psychiatrisches Gutachten, eine unverändert hohe Rückfallgefahr ohne Aussicht auf Besserung. Deshalb will sie U. B. nun verwahren lassen.

Sein Anwalt hingegen beantragte bei einer Anhörung vor dem Walliser Straf- und Massnahmenvollzugsgericht letzte Woche die sofortige Freilassung. Die Situation eskalierte, als U. B. sich beim Schlusswort zunehmend in Rage redete und abgeführt werden musste.

Laut dem zuständigen Richter Marc Anthamatten befindet sich das Dossier U. B. aktuell beim Kantonsgericht Wallis, weil die Verteidigung Rechtsmittel gegen prozessuale Schritte eingereicht hat. Es ist nicht absehbar, wann mit einem Entscheid zur Zukunft von U. B. zu rechnen ist. (NRO)

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