Grossbrand Rothrist

Chef der benachbarten Chemie-Firma über Balkan-Spengler: «Den Feueralarm mussten wir auslösen»

Millionenschaden nach Brand in Rothrist wegen Fahrlässigkeit?

Millionenschaden nach Brand in Rothrist wegen Fahrlässigkeit

Während der Ausschlachtung eines Autos verursachte ein Arbeiter einen Brand, der die komplette Lagerhalle zerstörte. Mangelte es bei der Sicherheit?

Einen Tag nach dem verheerenden Grossbrand in einer Industriehalle in Rothrist kommen weitere Details der Brandursache ans Licht. Erstmals nimmt der Chef der ebenfalls in Mitleidenschaft gezogenen Chemiefabrik Stellung zum Vorfall.

Der Grossbrand, der am Mittwochnachmittag eine ganze Industriehalle in Rothrist in Schutt und Asche gelegt hat, verursachte Schäden in Millionenhöhe. Einen Tag nach dem verheerenden Brand ist klar: Das Inferno wurde wegen Fahrlässigkeit ausgelöst. 

Wie der Regionalsender Tele M1 am Donnerstag berichtet, war ein 59-jähriger Kroate am Mittwochnachmittag damit beschäftigt, ein Auto auszuschlachten. Dabei kam es zum Brand, der kurz darauf auf die gesamte Halle überging. Offenbar hatte der Kroate noch versucht, den Brand zu löschen, hat sich dabei aber so sehr verletzt, dass er zur Behandlung ins Spital musste.

Bilder des Grossbrands in Rothrist:

Unmittelbar neben der Industriehalle befindet sich die Chemiefabrik Schärer & Schläpfer. Gegenüber Tele M1 findet Geschäftsführer Rolf Schärer klare Worte für die Mitarbeiter der Industriehalle, wo der Brand ausgebrochen war. «Den Feueralarm mussten wir auslösen. Die Leute, die dort arbeiten, hatten das offenbar nicht so richtig im Griff.»

Brandschutzauflagen nicht erfüllt

Laut Recherchen des Regionalsenders haben in der Industriehalle verschiedene Spengler aus dem Balkan gearbeitet. In der Halle seien 200 Autos, 20 Tonnen Pneus und 1600 Öl gelagert worden. Auf die Sicherheit sei dabei kaum Wert gelegt worden. Vor der Kamera von Tele M1 wollte keiner der Arbeiter dazu Stellung nehmen. 

AZ-Leservideos vom Grossbrand in Rothrist

AZ-Leservideos vom Grossbrand in Rothrist

Mehrere AZ-Leser haben die Flammen und die schwarzen Rauchschwaden vom Grossbrand in Rothrist auf ihren Handys festgehalten. 

Rolf Schärer ist hingegen wenig erstaunt, dass es nun zu einem Brand gekommen ist. «Wir wissen auch von der Gebäudeversicherung, dass dort seit Jahren Brandschutzauflagen bestanden haben, die nicht eingehalten wurden.» Offenbar war es auch nicht das erste Mal, dass es in der Halle gebrannt hat. 

Der genaue Sachschaden des verheerenden Brands kann bislang noch nicht beziffert werden. Es wird aber mit einem Millionenschaden gerechnet. (luk)    

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