Grossbrand Rothrist
Chef der benachbarten Chemie-Firma über Balkan-Spengler: «Den Feueralarm mussten wir auslösen»

Einen Tag nach dem verheerenden Grossbrand in einer Industriehalle in Rothrist kommen weitere Details der Brandursache ans Licht. Erstmals nimmt der Chef der ebenfalls in Mitleidenschaft gezogenen Chemiefabrik Stellung zum Vorfall.

Merken
Drucken
Teilen

Der Grossbrand, der am Mittwochnachmittag eine ganze Industriehalle in Rothrist in Schutt und Asche gelegt hat, verursachte Schäden in Millionenhöhe. Einen Tag nach dem verheerenden Brand ist klar: Das Inferno wurde wegen Fahrlässigkeit ausgelöst.

Wie der Regionalsender Tele M1 am Donnerstag berichtet, war ein 59-jähriger Kroate am Mittwochnachmittag damit beschäftigt, ein Auto auszuschlachten. Dabei kam es zum Brand, der kurz darauf auf die gesamte Halle überging. Offenbar hatte der Kroate noch versucht, den Brand zu löschen, hat sich dabei aber so sehr verletzt, dass er zur Behandlung ins Spital musste.

Bilder des Grossbrands in Rothrist:

Brand in Rothrist
31 Bilder
Im Industriegebiet in der Nähe des Bahnhofs ist ein Auto in Brand geraten.
Später griff das Feuer auch auf ein Gebäude über.
Ein Grossaufgebot der Feuerwehren Rothrist, Aarburg und Oftringen war stundenlang im Einsatz.
Eine Person ist nach bisherigem Kenntnisstand leicht verletzt worden. Die Löscharbeiten dauern an.
Dunkle Rauchwolken steigen über Rothrist empor.

Brand in Rothrist

Unmittelbar neben der Industriehalle befindet sich die Chemiefabrik Schärer & Schläpfer. Gegenüber Tele M1 findet Geschäftsführer Rolf Schärer klare Worte für die Mitarbeiter der Industriehalle, wo der Brand ausgebrochen war. «Den Feueralarm mussten wir auslösen. Die Leute, die dort arbeiten, hatten das offenbar nicht so richtig im Griff.»

Brandschutzauflagen nicht erfüllt

Laut Recherchen des Regionalsenders haben in der Industriehalle verschiedene Spengler aus dem Balkan gearbeitet. In der Halle seien 200 Autos, 20 Tonnen Pneus und 1600 Öl gelagert worden. Auf die Sicherheit sei dabei kaum Wert gelegt worden. Vor der Kamera von Tele M1 wollte keiner der Arbeiter dazu Stellung nehmen.

Rolf Schärer ist hingegen wenig erstaunt, dass es nun zu einem Brand gekommen ist. «Wir wissen auch von der Gebäudeversicherung, dass dort seit Jahren Brandschutzauflagen bestanden haben, die nicht eingehalten wurden.» Offenbar war es auch nicht das erste Mal, dass es in der Halle gebrannt hat.

Der genaue Sachschaden des verheerenden Brands kann bislang noch nicht beziffert werden. Es wird aber mit einem Millionenschaden gerechnet. (luk)