Transportsystem

Cargo sous terrain: In elf Jahren soll die unterirdische Güterbahn fahren – auch in den Aargau

So sollen die Transportwagen von Cargo sous terrain aussehen.

So sollen die Transportwagen von Cargo sous terrain aussehen.

Der Bundesrat will die Gesetzesgrundlage für das Transportsystem der Zukunft schaffen, das erste Teilstück soll ab 2031 auch Aargauer Logistikzentren verbinden.

Mit der Eröffnung des Bözbergtunnels im Dezember wird sich die Kapazität für den Güterverkehr auf der Schiene im Aargau markant erhöhen. Noch deutlich länger dürfte es dauern, bis ein markant grösseres Projekt für den Gütertransport durch den Kanton realisiert wird: Cargo sous terrain, die unterirdische Transportbahn, deren Pilotstrecke von bis Zürich nach Härkingen verlaufen soll. Das rund 67 Kilometer lange Teilstück soll gemäss einer aktuellen Mitteilung der Initianten von Cargo sous terrain im Jahr 2031 in Betrieb gehen. Für den Bau, der privat finanziert werden soll, wird mit Kosten von ungefähr 3 Milliarden Franken gerechnet.

Vergangene Woche hat der Bundesrat entschieden, die gesetzlichen Grundlagen für den unterirdischen Gütertransport auszuarbeiten. In der Vernehmlassung habe sich eine klare Mehrheit der Teilnehmer dafür ausgesprochen, dass Projekte wie Cargo sous terrain verwirklicht werden könnten, heisst es in einer Mitteilung. Die Güterbahn unter dem Boden werde dabei mehrheitlich als zukunftsorientierte und umweltfreundliche Ergänzung des Schienen- und Strassengüterverkehrs beurteilt.

«Cargo sous terrain» – so soll der unterirdische Gütertransport funktionieren.

«Cargo sous terrain» – so soll der unterirdische Gütertransport funktionieren.

Gemäss dem Bundesrat hat das Projekt auch den Nachweis erbracht, dass es in der Transportbranche genügend breit abgestützt ist. Aktionäre sind unter anderem die SBB, Post und Swisscom, die beiden Grossverteiler Migros und Coop, Logistikanbieter, Versicherungen und Energieunternehmen.

Standorte der Zugangsstellen im Aargau noch unbekannt

Das Verkehrsdepartement arbeitet nun ein Gesetz über den unterirdischen Gütertransport aus. Zu den Eckpunkten gehört, dass der Bund weder Bau noch Betrieb einer Transportanlage unterstützt. Zudem muss die Aktienmehrheit in Schweizer Hand bleiben. Für die Baubewilligung muss ein Plangenehmigungsverfahren mit einer zweistufigen Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Der Bund führt für unterirdische Gütertransportbahnen einen eigenen Sachplan. Für die Linienführung und die Hub-Standorte sind die Kantone im Rahmen ihrer Richtpläne zuständig. Wo diese Hubs im Aargau zu stehen kommen, wo also die Container der unterirdischen Güterbahn be- und entladen werden, ist derzeit noch offen. Klar ist laut Patrik Aellig von Cargo sous terrain, dass man sich an bestehenden Logistikzentren orientieren wolle.

Vorgesehen ist ein dreispuriger Tunnel zwischen wichtigen Logistikzentren, der rund um die Uhr in Betrieb ist. Darin sollen Güter mit rund 30 km/h transportiert werden. An den Zugangsstellen sollen Güter vollautomatisch mit Liften ins System eingespeist oder an die Oberfläche geholt werden. Das fertige Netz soll vom Genfer- zum Bodensee reichen, 500 Kilometer lang sein und 30 Milliarden Franken kosten.

Cargo sous terrain sieht «breites Bedürfnis» für das Projekt

Mit dem Beschluss des Bundesrats habe das Projekt einen weiteren Meilenstein erreicht, schreiben die Initianten von Cargo sous terrain. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen von Kantonen, politischen Parteien, Umwelt-, Wirtschafts- und Branchenverbänden zeigten, dass die unterirdische Güterbahn «einem breiten Bedürfnis der Wirtschaft und der Gesellschaft entspricht». Dies vor dem Hintergrund, dass die Gütermenge auf Strasse und Schiene nach Schätzungen des Bundes im Jahr 2014 rund 37 Prozent grösser sein dürfte als noch 2010. Cargo sous terrain biete dafür eine intelligente und effiziente Lösung und sei eine Ergänzung zum konventionellen Bahntransport. Auf der Schiene fänden heute nur wenige «kleinteilige, palettenbasierte Transporte, wie sie Cargo sous terrain im Fokus hat», heisst es in der Mitteilung. Ausserdem sei die unterirdische Bahn ökologisch klar besser als der konventionelle Gütertransport. Cargo sous terrain soll durchwegs mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Gegenüber heutigen Lastwagenfahrten ergebe sich damit eine 80-prozentige CO2-Einsparung pro transportierte Tonne. 

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