Mit dem Sesselrücken in der nationalen Parteileitung bringt sich auch die SVP Aargau in Stellung. Kantonalpräsident Thomas Burgherr macht auf Anfrage klar: «Der Aargau sollte als SVP-Hochburg weiterhin Einsitz in der nationalen Parteileitung nehmen. «Dies werde ich der Parteizentrale in Bern so auch mitteilen», sagt der frisch gewählte Nationalrat Burgherr.

Zurzeit ist der Aargau mit Luzi Stamm in der achtköpfigen Parteileitung vertreten. «Ich würde bleiben, wenn das meine Kollegen aus dem Aargau auch so sehen», sagt der amtsälteste Nationalrat. Auch für Stamm ist klar: «Die SVP Aargau braucht in Anbetracht der Stärke mit fast 40 Prozent Wähleranteil auf jeden Fall einen Vertreter in der Schweizer Parteileitung.»

Die Aargauer Unterstützung hat Stamm auf sicher: «Der Aargau ist mit Luzi Stamm in der Parteileitung bestens vertreten, dies muss auch in Zukunft gewährleistet sein», sagt Nationalrat Hansjörg Knecht. Sein Parteifreund Ulrich Giezendanner macht sich ebenfalls für Luzi Stamm stark und betont: «Sicher will ich weiterhin einen Aargauer in der Parteileitung.»

Aargauer schwärmen für Rösti

Was die Nachfolge von Toni Brunner als Parteipräsident angeht, führt auch aus der Sicht der Aargauer SVP-Bundesparlamentarier kaum ein Weg an Albert Rösti vorbei. Für Burgherr wäre er eine Idealbesetzung, für Knecht «eine Top-Lösung», für Giezendanner gar «ein Glücksfall» und Maximilian Reimann ist «froh, dass sich mit Albert Rösti ein Ratskollege zur Verfügung stellt, der wesentlichen Anteil am grossen Wahlerfolg hatte». Es sei zudem an der Zeit für einen Berner an der Parteispitze, findet Nationalrat Reimann. Nach Adolf Ogi sei das Amt ja ausschliesslich in Ostschweizer Hand gewesen. (Reimann zählt Ueli Maurer als Zürcher dazu.)

Auch Blocher geht

Auch Blocher geht

Die Aargauer Bundespolitiker kommen geradezu ins Schwärmen bei der Frage nach Röstis Fähigkeiten. Er habe Erfahrung im Regierungsgeschäft, er kenne die Privatwirtschaft und er habe sich als Wahlkampfleiter an seine Grenze gebracht – und bestanden, sagt Giezendanner. Burgherr attestiert Rösti, er sei geerdet, vertrete das Gedankengut der SVP klar und habe als Wahlleiter «seine hohen Qualitäten» gezeigt.

Glarner: Neue Vordenker suchen

Er bedaure Christoph Blochers Rücktritt sehr, sagt SVP-Aargau-Präsident Burgherr. «Das ist so, wie wenn ein hervorragender Patron seine gut laufende Unternehmung verlässt.» Blocher sei nie ein Einzelkämpfer gewesen, sondern mit andern Persönlichkeiten für die politische Strategie und Personalpolitik der SVP verantwortlich. Diese sei gefestigt.

Die meisten Aargauer SVP-Nationalräte sind sich einig, dass Blochers Rücktritt nichts ändere an der Politik der SVP. Blochers Rücktritt «war ja einmal fällig, das war uns allen klar», sagt Maximilian Reimann. Blocher werde der Partei aber weiterhin mit Ideen und Impulsen zur Verfügung stehen, nun einfach aus einem hinteren Glied. Burgherr ist «überzeugt, dass wir gleichwohl immer wieder von ihm hören werden. Persönlich freue ich mich weiterhin auf einen regen Kontakt mit ihm.» Auch Ulrich Giezendanner macht sich keine Sorgen um die Zukunft seiner Partei. «Die SVP hat sich mit Christoph Blocher organisiert und massiv gefestigt. Gestandene und neue SVP-Politiker würden stetig weitergebildet.»

Etwas kritischer als seine Parteikollegen beurteilt Neu-Nationalrat Andreas Glarner die Situation nach Blochers Abgang: Seine Bedeutung sei enorm. Dank ihm sei die Schweiz nicht in der EU. Glarner ruft seine Partei auf: «Wir werden neue Vordenker suchen müssen!»

Nationalratswahlen 2015 im Aargau SVP-Karte

Reaktionen zum Rücktritt von Toni Brunner

Reaktionen zum Rücktritt von Toni Brunner