Landesausstellung 2027

Bundesrat unterstützt Ostschweizer Projekt – Expo-Traum im Aargau geplatzt

Eine Landesausstellung im Aargau wird mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht zustande kommen. AZ-Archiv

Eine Landesausstellung im Aargau wird mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht zustande kommen. AZ-Archiv

Der Aargauische Gewerbeverband hat sich für den Aargau als Austragungsort der Landesausstellung im Jahr 2027 eingesetzt. Der Bundesrat hat sich jedoch entschieden, eine Expo im Raum Bodensee zu unterstützen.

Der Aargauische Gewerbeverband wollte die Landesausstellung 2027 in den Aargau holen. Eine IG wurde gegründet und der AGV machte sich auf die Suche nach Mitgliedern, die bei der Organisation einer Expo hätten anpacken sollen. «Der Aargau soll sich als selbstbewusste Einheit der gesamten Schweiz zeigen», hiess es in einem Aufruf.

Doch aus diesen Plänen wird wohl nichts. Aus der Sicht des Bundesrats haben Landesausstellungen eine grosse Tradition und sollen weitergeführt werden. Aber nicht im Aargau. Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft mitteilt, möchte der Bundesrat die Pläne der Ostschweizer Kantone Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Thurgau unterstützen. Schon im Juni 2014 hat auch die Konferenz der Kantonsregierungen dem Ostschweizer Projekt ihre Unterstützung zugesagt.

Zunächst wird kein Geld fliessen, die Unterstützung umfasst die strategische Beratung und Begleitung, den Einsitz in der Wettbewerbsjury sowie den Aufbau von professionellen Organisationsstrukturen. Bis Ende 2017 soll für das Projekt «Expo2027 Bodensee-Ostschweiz» eine Machbarkeitsstudie vorliegen. Danach wird der definitive Entscheid über eine allfällige Unterstützung zur Durchführung und Mitfinanzierung des Projekts durch den Bund gefällt.

Wieviel Geld  maximal investiert wird, ist jedoch schon vorbestimmt. Der Bundesrat hat festgelegt, «dass ein allfälliger Bundesanteil an den Kosten für die Expo 2027 maximal 50% der Gesamtkosten und höchsten 1 Milliarde Franken betragen darf», heisst es in der Mitteilung des Wirtschaftssekretariats. Der Bundesrat gehe davon aus, dass keine weiteren Projekte lanciert werden, das Rennen um die Kandidatur sollte damit gelaufen sein. 

Für Kurt Schmid, Präsident des Aargauischen Gewerbeverbands, kommt die Entscheidung nicht überraschend, wie er auf Anfrage erklärt: «Das mussten wir erwarten, denn wir hatten keine Unterstützung vom Regierungsrat.» Ganz aufgeben will Schmid aber nicht: «Sollte das Ostschweizer Projekt nicht zustande kommen, würden sich die Aargauer gern zur Verfügung stellen.»

Wirtschaft an Expo zeigen

Zunächst wird nämlich kein Geld vom Bundesrat in die Ostschweiz fliessen, die Unterstützung umfasst die strategische Beratung und Begleitung, den Einsitz in der Wettbewerbsjury sowie den Aufbau von Organisationsstrukturen. Laut Schmid ist vieles noch offen. Der Entscheid des Bundesrats lasse sich auch nicht damit erklären, dass die Ostschweizer ein besseres Projekt vorgelegt hätten: «Wir sind ebenso gut. Mit dem Themen Wirtschaft und Arbeitsplatz hätten wir eine ganz andere Expo präsentiert.»

Für Schmid ist wichtig, dass die Wirtschaft an der Landesausstellung einen grössren Stellenwert bekommt. Die Expo soll «nicht nur beim Schöngeistigen bleiben», sondern neben den touristischen Seiten der Schweiz auch den hier lebenden Menschen und seinen Arbeitsplatz ins Zentrum stellen. Schliesslich habe die Wirtschaft dazu beigetragen, dass es der Schweiz heute so gut gehe. Gerade angesichts der aktuellen Situation sei es wichtig, dass man dem Aspekt Arbeitsplatz den nötigen Raum gebe, sagt Schmid weiter.

«Das Thema muss verarbeitet werden. Ausserdem sollen die Unternehmen nicht immer nur als Sponsoren auftreten.» Auch wenn die Expo nicht im Aargau stattfindet, will er sich dafür einsetzen, dass der Aspekt Wirtschaft mit dem Arbeitsplatz als Zentrum der gesellschaftlichen Entwicklung mehr Beachtung findet.

Meistgesehen

Artboard 1