Bundesfeier
Ständerat Thierry Burkart: «Rufen wir nicht zu schnell nach dem Staat, denn Solidarität lässt sich nicht delegieren»

Wie geht die Schweiz mit aktuellen Veränderungen um? Diese Frage stellte sich Ständerat Thierry Burkart und zeigte am 1. August in Birmenstorf mehrere Antworten und Lösungsansätze auf.

Alexander Wagner
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Thierry Burkart in Birmenstorf: «Die Schweiz hat vieles richtig gemacht.»

Thierry Burkart in Birmenstorf: «Die Schweiz hat vieles richtig gemacht.»

Alexander Wagner

Zum einen ist die jahrhundertelange Vormachtstellung des Westens am Erodieren und andere Mächte, allen voran China, drängen empor. «Gerade in der Pandemie haben wir aber gesehen, wie angewiesen wir auf funktionierende Lieferwege sind», ruft Burkart in Erinnerung. Auch in Europa stehen Umwälzungen an, so driften die Wertvorstellungen von West und Ost immer weiter auseinander und die EU steckt in der wohl schwersten Krise ihres Bestehens. Aber wohl am wichtigsten sind die Veränderungen im Bereich der Technologie und der Digitalisierung.

«Und diese durchdringen alle Lebensbereiche». Aufstrebende Nationen sehen dies als Chance, etablierte Staaten tun sich eher schwer damit. «Und da müssen wir aufpassen, dass wir den Anschluss nicht verlieren», warnt Burkart. «Aber neben der künstlichen Intelligenz, in der viele Risiken und Gefahren sehen, sehe ich auch immer mehr natürliche Dummheit», streute er trocken ein.

Burkart mahnt: «Sorge tragen zu unserem guten Bildungssystem»

Trotz der dunklen Wolken sieht Burkart, ohne Manuskript referierte, einen Silberstreifen am Horizont: «Die Schweiz hat vieles richtig gemacht. Wir haben ein gutes Bildungssystem», sagt er, nicht ohne zu warnen: «Diesem müssen wir aber Sorge tragen und die Berufsbildung nicht schwächen».

Als Plus streicht Jurist Burkart unsere Rechtssicherheit heraus. Dies sei ein Grundpfeiler unserer direkten Demokratie, sagte er. «Aber wir müssen uns fragen: Rufen wir nicht allzu schnell nach dem Staat?». Dies fördere nur die Bürokratie und auch in diesen speziellen Zeiten lasse sich Solidarität nicht an den Staat delegieren, ist er überzeugt. Schliesslich ruft Burkart alle in der Schweiz auf, an der Gestaltung des Landes mitzuarbeiten.

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