Bundesfeier
Sandro Brotz in Spreitenbach: Ansprache gehalten, aber nicht vom Affen gebissen

Der SRF-Moderator wollte eigentlich nie eine 1. August-Rede halten, sprach aber dennoch an einem Ort, der eine besondere Mischung aus Stadt und Dorf ist. Brotz sieht Spreitenbach als grünen Ort und die Vielfalt in der Gemeinde als beispielhaft für die Schweiz.

Céline Geneviève Sallustio
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Sandro Brotz bei seiner Ansprache in Spreitenbach – er rief unter anderem dazu auf, Menschen mit Behinderung sichtbarer zu machen.

Sandro Brotz bei seiner Ansprache in Spreitenbach – er rief unter anderem dazu auf, Menschen mit Behinderung sichtbarer zu machen.

Céline Sallustio

«Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich einmal eine 1. August-Rede halten würde, dann hätte ich geantwortet, dass er wohl vom Affen gebissen sei», beginnt der SRF Moderator Sandro Brotz seine Festrede. Und doch: Am 730. Geburtstag der Schweiz steht der Journalist auf einem Podium in Spreitenbach auf dem Vorplatz der Turnhalle Boostock.

Eingeladen hat ihn der Gemeindepräsident Markus Mötteli. Was verbindet Brotz mit der Gemeinde? «Meine Grosseltern waren im Aargau zu Hause. Auf dem Weg zu ihnen sind wir oft durch Spreitenbach gefahren und machten hier einen Halt, um zu brunchen», erzählt der 51-Jährige. Spreitenbach habe ausserdem viele Parallelen mit dem Ort, an dem er aufgewachsen sei: Oerlikon.

«Ich bin in einem Hochhaus aufgewachsen, an einem Ort, der aus einem besonderen Mix aus Stadt und Dorf besteht», so Brotz weiter. Dieser Mix liesse sich auch in Spreitenbach finden. Zu Unrecht werde die Gemeinde bloss aufgrund ihrer zentralen Lage gelobt und zu Unrecht werde sie in den Schlagzeilen an den Pranger gestellt: Die Gemeinde sei grün – nicht im politischen Sinne – aber sie bestehe zu einem Drittel aus Wald. Die Vielfalt des Limmattals und das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen hierzulande stünden pars pro toto für die Schweiz.

Brotz macht auf 1,7 Millionen Menschen mit Behinderung aufmerksam

Doch er wolle die Schweiz an ihrem Geburtstag nicht nur loben. Er plädiert dafür, stets kritisch zu sein. Gerade in Zeiten von Diversity gelte es, Gemeinschaft neu zu denken. «1,7 Millionen Menschen sind in der Schweiz von einer körperlichen oder geistigen Behinderung betroffen.» Diese Menschen würden von der Gesellschaft auf ein Merkmal von vielen reduziert. Die Sichtbarkeit dieser Menschen, beispielsweise im Fernsehen oder auf politischer Ebene, solle gefördert werden.

Gefordert seien auch alle Bürgerinnen und Bürger, die die direkte Demokratie des Landes wahren wollten: Politische Partizipation in der Dorfpolitik sei gefragt. Mit einem letzten Aufruf zum kritischen Denken beendete Brotz seine Festrede.

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