Anton Lauber, Regierungsrat im Kanton Baselland, ist seiner Aargauer Kollegin Franziska Roth an den Karren gefahren. «Dieses Verhalten entspricht nicht dem regionalen Gedanken», kritisierte Lauber den Entscheid der Aargauer Regierung, beim Bau eines Bundesasylzentrums nicht Hand bieten zu wollen. Lauber findet es «abenteuerlich, dass der Aargau den Entscheid gegen ein Ausreisezentrum «rein monetär» begründet.

Diese Kritik lässt Franziska Roth nicht auf sich sitzen. «Der Regierungsrat erachtet die regionale Zusammenarbeit als zentral», sagt sie. Allerdings variiere die Umsetzung der Bundesvorgaben im Asylbereich von Kanton zu Kanton. «Trotz des Austausches und der guten Zusammenarbeit muss jeder Kanton auch eigene Lösungen entwickeln», sagt Roth. «Ziel ist und bleibt dabei, dass jeder Kanton einen Beitrag an die Verbundaufgaben des Asylbereichs leistet.»

Aargau ist gesprächsbereit

Roth betont, dass der Entscheid der Regierung gegen ein Bundesasylzentrum «grundsätzlich gilt». Sollte sich die Lage jedoch ändern, würde ihr Departement eine Neubeurteilung zuhanden des Regierungsrats vornehmen. Selbstverständlich sei man jederzeit zu Gesprächen mit den Nordwestschweizer Kantonen und dem Staatssekretariat für Migration (SEM) bereit. Sowohl der Kanton Baselland als auch der Bund hätten die am Freitag verschickte Medienmitteilung aus dem Aargau vorab bekommen. Sie habe Staatssekretär Mario Gattiker zudem persönlich über den Regierungsratsentscheid orientiert.

SEM-Sprecher Daniel Bach sagt auf Anfrage: «Der Bund war in die Entscheidung des Kantons Aargau nicht involviert.» An der Ausgangslage ändere sich nichts. Bund und Kantone hätten die gemeinsame Aufgabe, Standorte für die Bundesasylzentren zu bestimmen. Über Gespräche sowie die noch laufende Suche nach geeigneten Standorten könne man keine Auskunft geben.

TalkTäglich heute 18.30 Uhr, TeleM1, mit Regierungsrätin Franziska Roth