Die Hypothekarbank Lenzburg hält weiterhin zu ihrem Verwaltungsratsmitglied René Brülhart. Das Aufsichtsorgan habe die Medienberichte der letzten Tage zur Kenntnis genommen. Es habe die «Sachverhalte und Spekulationen» geprüft und bekräftige sein «Vertrauen in die Integrität» von Brülhart. Man stelle sich «in dieser Angelegenheit hinter sein Verwaltungsratsmitglied», schreibt die Bank.

Das Hypi-Verwaltungsratsmitglied, der den Risikoausschuss leitet, ist gemäss der Hypi-Homepage «Berater und seit November 2014 nicht exekutiver Präsident des Aufsichtsrats der Finanzaufsichtsbehörde des Heiligen Stuhls und Vatikanstaats». Brülhart ist zudem als Berater im Bereich der Geldwäsche aktiv. Er besitzt eine eigene Firma und ist an einer weiteren beteiligt, die für ihre Nähe zu US-Geheimdiensten bekannt ist.

Letzte Woche orientiert

Die «SonntagsZeitung» hatte berichtet, dass rund 2,5 Millionen Franken von der Firma Petrosaudi zu ebenjener Gesellschaft flossen, an der Brülhart beteiligt ist. Die Bundesanwaltschaft in Bern führt Untersuchungen gegen zwei Mitarbeiter von Petrosaudi, die im Zusammenhang zum Milliardenbetrug beim malaysischen Staatsfonds 1MDB stehen. Die Bundesanwaltschaft liess im September 2018 Gelder im Zusammenhang mit den Zahlungen an Gesellschaften von Brülhart blockieren.

Es komme häufig vor, dass Strafbehörden bei Wirtschaftsverfahren Konten von unbeteiligten Drittpersonen beschlagnahmten. Weder er noch seine Gesellschaften seien in Verfahren der Bundesanwaltschaft beschuldigt worden, sagte er gemäss Medienberichten.

Brülhart ist zudem mit Bundesanwalt Michael Lauber bekannt. Sie sind befreundet aus der Zeit, als Brülhart in Liechtenstein die Stabsstelle für die Erkennung von Geldwäscherei und Organisierter Kriminalität (FIU) aufbaute und leitete.

«René Brülhart hat mich vergangene Woche über die Medien-Anfragen proaktiv informiert», sagt Gerhard Hanhart, Verwaltungsratspräsident der Hypothekarbank, auf Anfrage. «Wir schätzen die Professionalität von Herrn Brülhart und freuen uns, im VR weiterhin auf seine Unterstützung zählen zu dürfen», sagt Hanhart.