Millionen-Investition
Bund stellt Ausbau der Direktlinie Aarau-Zürich zurück – Kanton Aargau reagiert verärgert

Der Bundesrat will 11,5 Milliarden in den Bahnausbau investieren. Nicht aber in die Direktverbindung Aarau-Zürich. Die Reaktion aus dem Aargau fällt deutlich aus.

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Bahnhof Aarau. Der Ausbau der Direktlinie nach Bern wird zurückgestellt.

Bahnhof Aarau. Der Ausbau der Direktlinie nach Bern wird zurückgestellt.

Annika Buetschi / AZ

Der Bundesrat will das Bahnnetz bis 2035 für 11,5 Milliarden Franken ausbauen. Dank den Investitionen soll das Angebot auf stark überlasteten Strecken verbessert werden.

Die Direktverbindung Aarau–Zürich will der Bundesrat allerdings nicht ausbauen. Sie übersteige mit einer Investitionssumme von zirka 7 Millliarden Franken deutlich den Finanzrahmen des Ausbauschritt 2030/35. Da sie aber eine sehr positive volkswirtschaftliche Bewertung und einen nachgewiesenen Überlastabbau im Personen- und Güterverkehr ausweist, "wird im Rahmen des nächsten Ausbauschritts vorgeschlagen zu prüfen, ob die Massnahme über mehrere Ausbauschritte finanziert werden kann".

"Wir sind enttäuscht"

Die Reaktion beim Kanton Aargau fällt deutlich aus. "Wir sind enttäuscht, dass die Direktverbindung Aarau-Zürich nicht im Ausbauschritt enthalten ist, obwohl sie eine der besten Bewertungen überhaupt aufweist", sagt Simone Rangosch, Leiterin der Abteilung Verkehr im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) der AZ in einer ersten Stellungnahme.

Dem Kanton Aargau sei klar, dass die eingegangenen Ausbauvorstellungen der Regionen die zur Verfügung stehenden Mittel bei Weitem übersteigen. Allerdings: "Wir werden vom Bundesamt für Verkehr verlangen, dass bereits im Ausbauschritt 2030/35 aufgezeigt wird, wie derartige Grossprojekte künftig finanziert werden sollen und verlangen die Realisierung der Direktverbindung spätestens im Ausbauschritt 2040", schreibt Rangosch weiter.

Der Kanton Aargau wird in den kommenden Wochen das nun vorliegende Gesamtkonzept kritisch prüfen und danach detaillierter Stellung beziehen. Bereits Ende 2014 hatte der Aargau seine Forderungen mit der Planungsregion Nordwestschweiz eingereicht, also zusammen mit den Kantonen beider Basel, Solothurn, Jura und Teile von Bern.

Die Vernehmlassung dauert bis zum 15. Januar 2018. Bis Ende 2018 will der Bundesrat dem Parlament die Botschaft vorlegen. Dessen Beschlüsse unterstehen dem fakultativen Referendum.