Kontroverse

Büsis abschiessen? «Das Blödeste, das ich je gehört habe!»

Nicht einer Meinung: Naturschützer Johannes Jenny und Tierschützerin Astrid Becker.

Nicht einer Meinung: Naturschützer Johannes Jenny und Tierschützerin Astrid Becker.

Pro-Natura-Geschäftsführer und FDP-Grossrat Johannes Jenny will, dass Jäger verwilderte Katzen abschiessen. Astrid Becker, die oberste Aargauer Tierschützerin, stehen deshalb die Haare zu Berge.

Johannes Jenny fordert Massnahmen, um die Population von verwilderten Hauskatzen zu dezimieren. Diese Tiere würden selber häufig unter Krankheiten leiden und elendiglich verenden, sagt der Geschäftsführer von Pro Natura und FDP-Grossrat. Und die verwilderten Büsis würden erheblichen Schaden an den Populationen teilweise geschützter und bedrohter Tierarten anrichten.

Jäger sollen herrenlose Katzen erschiessen dürfen

Johannes Jenny: «Katzen, die verwildert sind oder beim Zügeln zurückgelassen werden, leiden massiv und verursachen in der Natur weiteres Leiden.»

Jenny macht deshalb in einem Vorstoss an die Aargauer Regierung zwei Vorschläge: Erstens sollen Jäger einen klaren Auftrag erhalten, «streunende, verwildert im Wald angetroffene Katzen» abzuschiessen. Bisher dürfen sie das, tun es aber selten.

Zweitens sollen streunende Katzen in einem bestimmten Rayon, etwa 100 Meter ausserhalb von Siedlungen, eingefangen werden. Die Besitzer der Katzen sollen gebüsst, die Büsis im Wiederholungsfall eingeschläfert werden. 

Astrid Becker, Präsidentin Aargauer Tierschutz, kann kaum glauben, was aus dem Mund des Naturschützers zu hören ist. «Das ist das Blödste, was ich bisher gelesen oder gehört habe!», sagt sie unmissverständlich zu Tele M1. Man lebe schliesslich nicht mehr im Mittelalter. Niemand wolle doch, dass seine Katzen abgeschossen werden. 

Abgesehen davon könne man doch nicht in der ganzen Gegend herumballern, sagt sie weiter, sichtlich in Rage. Und später doppelt sie nach: «Wer schützt uns vor solchen Politikern?»

Gegenüber Tele M1 sagt Jenny bezüglich des zweiten Punktes, er meine nicht «Wohnzimmertiger, die in der Nähe von Siedlungen herumlaufen». Diese würden zwar auch Schäden anrichten, aber das müsse man in Kauf nehmen. 

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