Gesichtspunkte

«Budgets sind zum Schreien»: Warum Lagerhäuser Aarau ohne Budgetvorgaben auskommt

Lagerhäuser-Chef Stéphane Meyer (l.) und az-Chefredaktor Christian Dorer im Wirtschaftsdialog.Annika Bütschi

Lagerhäuser-Chef Stéphane Meyer (l.) und az-Chefredaktor Christian Dorer im Wirtschaftsdialog.Annika Bütschi

Warum die Lagerhäuser Aarau AG eine Unternehmung ist, die ohne Budgetvorgaben auskommt: Das und viel mehr erfuhren die Teilnehmer am ersten Gesichts-Punkte-Treffen im Aargau.

Die Veranstaltungsreihe GesichtsPunkte ist in der Zentral- und der Ostschweiz seit einigen Jahren etabliert. PricewaterhouseCoopers (PwC) und die az Aargauer Zeitung etablieren sie jetzt im Aargau.

Es geht um eine Netzwerkplattform für Entscheidungsträger lokal verankerter Unternehmen, die im globalen Markt stehen, mit Vertretern aus Wirtschaft, Behörden und Politik. Man lernt verschiedene Gesichtspunkte kennen, daraus soll ein befruchtender Meinungsaustausch entstehen.

Aargauer Premiere war gestern Abend bei der Lagerhäuser Aarau AG in Schafisheim. Nach einer Einführung durch deren Präsident und Delegierten Stéphane Meyer und PwC-Niederlassungsleiter Willy Wenger konnten die rund 50 Teilnehmer hinter die Kulissen des Logistik-Unternehmens blicken.

Zum Beispiel legten die Führungskräfte aus verschiedensten Branchen selber beim «Co-Packing» Hand an, dem laden- und verkaufsfertigen Verpacken und Aufbereiten von Produkten.

Ein anschauliches Beispiel, dass hinter dem Geschäft von Logistikern wie der Lagerhäuser Aarau heute weit mehr steckt als lagern und transportieren: Ihre Kunden verlangen integrierte Lösungen zur Steigerung ihrer Wertschöpfungskette.

Papier ist geduldig, der Markt nicht

Im «Wirtschaftsdialog» mit az-Chefredaktor Christian Dorer gab Firmenchef Stéphane Meyer den einen oder anderen verblüffenden Einblick in sein Unternehmen. Zum Beispiel, dass es ohne Budget geführt wird.

«Wir müssen den Erfolg am Markt erwirtschaften, nicht auf dem Papier, Budgetvorgaben sind zum Schreien», so Meyer.

Man habe schliesslich über 140 Jahre hindurch Erfahrungswerte gesammelt und es gebe nur ein Ziel: immer etwas besser zu werden. Unter den Logistik-Spezialisten zählen sich die Lagerhäuser Aarau zwar zu den Top vier in der Schweiz, dennoch ist es immer schwieriger, dieses Ziel zu erreichen.

Mittelständische Unternehmen werden zunehmend von multinationalen Konzernen bedrängt. Ein Riese wie DHL zum Beispiel ist längst nicht mehr einfach ein Päckchen-Spediteur, sondern bringt ebenfalls umfassende Logistik-Lösungen auf den Markt.

Nach dem GesichtsPunkte-Treffen hat der eine oder andere vielleicht auch einen anderen Blick auf verkehrspolitische Fragestellungen: Meyer nannte zwar keine konkrete Summe, aber: Hält er ein Zeitfenster für eine Lieferung wegen Stau nicht ein, dann würden Grossverteiler wie Migros oder Coop dafür happige Bussen einkassieren.

Nächstes GesichtsPunkte-Treffen: 12. Juni bei der Häring und Co. AG in Eiken.

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