Geplant ist eine Eventhalle für 1200 Personen. Und in einem separaten Bau eine Schule mit vier bis sechs Klassenzimmern, einer Bibliothek, einem VIP-Empfangsraum und vier zusätzlichen Übernachtungszimmern. Das alles über einer Tiefgarage mit 96 Parkplätzen. Abt Phrathep Kittimoli (69) würde am liebsten schon im Herbst mit dem Bau beginnen. Ob das allerdings möglich sein wird, ist fraglich: Denn im Moment (bis zum 17. Februar) läuft in Gretzenbach SO erst das Mitwirkungsverfahren für den Gestaltungsplan.

Dieser muss dann aufgelegt (voraussichtlich ab Ende Februar) und vom Solothurner Regierungsrat genehmigt werden. Anschliessend ist dann noch das Baubewilligungsverfahren nötig. Mit einer Fundamentalopposition ist nicht zu rechnen. In Gretzenbach (2700 Einwohner) war man gegenüber den Mönchen bisher immer sehr tolerant.

Ein Modellfoto der Eventhalle und des Schulhauses (hinten) aus den Unterlagen des Gestaltungsplan-Verfahrens.

Ein Modellfoto der Eventhalle und des Schulhauses (hinten) aus den Unterlagen des Gestaltungsplan-Verfahrens.

Am Wochenende 226 Schüler

Der Buddhismus und die thailändische Kultur erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. Vor zwanzig Jahren eröffnete die Somdetyas-Stiftung für Wat Srinagarindravararam im Niederamt den Tempel und das Kloster. Der Saal unter dem Tempel biete zwar 350 Personen Platz, sei aber heute regelmässig zu klein, erklärte Abt Phrathep Kittimoli gestern der az. Zudem hätten sie jedes Wochenende 226 Schüler verschiedenen Alters, die sich in Buddhismus, Sprachen (Thailändisch oder Deutsch), aber auch thailändischer Kultur unterrichten liessen.

Finanzierung vor allem über Spenden

Die Neubauten sollen auf die Wiese östlich des bestehenden Klosters zu stehen kommen. Die Stiftung ist seit rund zehn Jahren im Besitz der drei Parzellen mit einer Gesamtfläche von 71 Aren. Auf dem Grundstück wurde bisher jeweils im Sommer ein Zelt aufgestellt für das Jahresfest zur Eröffnung des Tempels «Wat Srinagarindravararam».

Die Eventhalle soll neben einem Eingangsbereich mit Toiletten auch Garderoben enthalten – für Personen, die auftreten. Es wird darin auch mindestens eine Buddha-Figur haben. Eine grosse, nicht eine übergrosse.

Der Bau des Tempels und des Klosters kostete in den Neunzigerjahren 7,5 Millionen Franken. Die Finanzierung bereitete damals keine unlösbaren Probleme. Abt und Stiftungsratspräsident Phrathep Kittimoli ist optimistisch, dass jetzt auch die 12 Millionen Franken organisiert werden können – notfalls mithilfe von Banken. Man erwartet einen grösseren Beitrag aus dem Umfeld des thailändischen Königshauses – und vor allem Spenden von Schweizer Buddhisten.