Nachgefragt

Brogli zu Juso-Kampagne: «Dieser Stil beruht auf Provokation»

Finanzdirektor Roland Brogli in seinem Büro in Aarau.

Finanzdirektor Roland Brogli in seinem Büro in Aarau.

Finanzdirektor Roland Brogli sah sich jüngst mit einer Juso-Kampagne konfrontiert, die ihn als «Bschisser-Brogli» darstellt. Als Regierungsrat könne man mit so einer Situation umgehen, so Brogli. Wichtiger sei, dass er seinen Job gern mache.

Herr Brogli, Sie sagten 2012: «Ich bin überzeugt, dass wir eine ausgewogene Steuergesetzrevision vor uns haben … um die öffentlichen Aufgaben weiter mit guter Qualität zu erfüllen.» Die Juso zeigen Sie daher mit einer Pinocchionase und bezeichnet Sie als Lügner.

Dazu äussere ich mich nicht.

Muss man als Regierungsrat damit rechnen, als Person attackiert zu werden?

Dies ist eine Stilfrage. Dieser Stil beruht auf Provokation. Ich pflege den Stil der Argumentation.

«Bschisser-Brogli»: So wurde Roland Brogli von den Juso auf Facebook dargestellt. ZVG

«Bschisser-Brogli»: So wurde Roland Brogli von den Juso auf Facebook dargestellt. ZVG

Haben Sie sich juristische Schritte gegen die Juso überlegt, wegen Ehrverletzung?

Als Finanzdirektor kann man mit solchen Situationen umgehen. Wichtig ist, dass der Finanzdirektor seinen Job gern macht. Ich stelle fest, dass die Bevölkerung es gut findet, wenn man die Finanzen im Griff behält und keine Schuldenwirtschaft betreibt.

Die Gegner sagen, wer über 200 000 Franken verdient, zahle weniger Steuern, die darunter mehr. Wer profitierte von den Steuerrevisionen?

Wir müssen eine Gesamtsicht einnehmen. Wir haben seit 1998 drei Steuergesetzrevisionen durchgeführt und dabei alle Einkommensklassen entlastet. Per 2001 führten wir für Ehepaare das Vollsplitting ein. Familien erhielten höhere Kinderabzüge, ein Kinderbetreuungskostenabzug kam, und bescheidene Einkommen wurden tariflich entlastet. Wir sind heute für bescheidene Einkommen einer der attraktivsten Kantone. 2006 wurden die Kinderabzüge nochmals erhöht, der Kleinverdienerabzug eingeführt und die höheren Einkommen wurden entlastet, auch die Vermögen. In der Revision, die aktuell umgesetzt wird, liegt der Fokus auf dem Mittelstand. Auch die Kinder- und die Kinderbetreuungskostenabzüge wurden nochmals erhöht. Ebenso wurden die oberen und unteren Einkommensstufen leicht entlastet. Aber eben, man muss das Ganze sehen. Man kann nicht bloss die Folgen einer einzelnen Revision hervorstreichen, die einem gerade in den Kram passt.

Übers Ganze werden also alle Einkommensklassen entlastet?

Ja, genau.

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