Aargau

Brogli mit Schwein: Grösste Landwirtschaftsausstellung seit Jahren hat Wetterglück

Mit dem Wetter haben die Veranstalter der 7. Aargauer Landwirtschaftliche Ausstellung (ALA) Schwein gehabt: Bei schönstem Sonnenschein hält OK-Präsident Fredi Sigrist vor 260 Gästen die Eröffnungsrede.

Die ALA 2013 läuft. Bis zum Sonntag präsentiert sich der Aargauer Bauernstand auf der Schützenmatte in Lenzburg mit zahlreichen Attraktionen. Nur alle zehn Jahre findet eine so grosse Landwirtschaftsausstellung statt.

Damit sei der Anlass mehr als doppelt so exklusiv wie das Eidgenössische Schwingfest und die Fussball-Weltmeisterschaft zusammen, meinte Landstatthalter Roland Brogli bei der offiziellen Eröffnung gestern Vormittag. Die gibt es schliesslich alle drei respektive vier Jahre.

ALA 2013 wird eröffnet

Brogli mit Schwein: Grösste Landwirtschaftsausstellung seit Jahren hat Wetterglück

Erleben und geniessen

Um die 260 geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft waren dabei, als die ALA die Tore öffnete. Exklusiv, das will die ALA aber eigentlich gar nicht sein, sondern im Gegenteil ein Anlass wirklich für alle.

Ziel war es, keine bäuerliche Nabelschau zu veranstalten, sondern der nichtbäuerlichen Bevölkerung die Landwirtschaft im Aargau näherzubringen. Natürlich geht es dabei um handfeste (land-)wirtschaftliche Interessen.

Wer die ALA besucht hat, so die Idealvorstellung, ist darauf sensibilisiert, regionale Produkte zu berücksichtigen. Auf den Effekt wird aber nicht mit dem Mahnfinger gezielt. Erleben und geniessen heisst das Motto in Lenzburg.

Man kann an der ALA zum Beispiel durch einen von den Weinbauern eigens angelegten kleinen Rebberg flanieren und in ihrem gemütlichen Räbhüüsli-Beizli den Blick über die ganze Ausstellung und auf Schloss Lenzburg geniessen.

Man kann mit den eigenen Händen Rüebli und Kartoffeln ausgraben, es gibt für die Kleinen natürlich einen Streichelzoo. Vielleicht lieber nicht zu nahe kommen sollte man im Tierzelt «Lexus», dem Zuchtstier mit einer Schulterhöhe von gut 1,80 Metern. Kurzum: Jede Menge Attraktionen garantieren auf dem 6,5 Hektaren grossen Ausstellungsareal auf der Schützenmatte einen kurzweiligen Besuch.


Ein Ziel sei auf jeden Fall schon erreicht, sagte OK-Präsident Fredi Siegrist an der Eröffnungsfeier: «Die immense Arbeit hat uns zusammengeschweisst. Wir lernten uns wieder besser kennen und merkten einmal mehr: Nur zusammen sind wir stark.»

Schub für die Landwirtschaft

«Einfach überwältigend, grossartig.» Einen hat die ALA vom ersten Moment an überzeugt. Landstatthalter Roland Brogli, der Aargauer «Landwirtschaftsminister», war in seiner Festrede zur Eröffnung nur so des Lobes voll.

Er sei sich sicher: Der Anlass gebe der ganzen Landwirtschaft im Aargau zusätzlichen Schub. Für ihn macht der Grossanlass heute noch mehr Sinn als 1911, als zum ersten Mal eine Aargauische Landwirtschaftliche Ausstellung stattfand.

Während damals noch die meisten einen mehr oder weniger direkten Bezug zur Landwirtschaft hatten, würden sie heute viele nur noch vom Sonntagsspaziergang oder vom Gemüseeinkauf im Supermarkt kennen. An dieser Ausstellung - «nicht von Bauern für Bauern, sondern für alle Aargauer» - wird für Brogli der konstant hohe Wert eines Wirtschaftszweigs bewusst, auch wenn dieser schrumpft.

Er brachte es in anschaulichen Worten auf den Punkt: «Ohne die Leistung der Bauernfamilien hätte der Bäcker kein Mehl und der Metzger nichts zum Verwursten. Und nur wer gut gegessen hat, kann auch an etwas anderes denken. Das war schon immer so und wird sich auch nie ändern.»

Damit hat Regierungsrat Brogli Alois Huber aus dem Herzen gesprochen, dem neuen Präsidenten des Bauernverbands. Dass im Industrie- und Dienstleistungskanton Aargau immer noch 6,3 Prozent des Volkseinkommens aus der Landwirtschaft (vor- und nachgelagerte Betriebe inklusive) stammen, darauf dürfe man stolz sein.

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