Landwirtschaft
Brogli freut sich mit den Bauern über 82 Prozent Ja-Stimmen

Eine Überwältigende Mehrheit stimmt der Verfassungsänderung für eine modern produzierende Landwirtschaft zu. Finanzdirektor Brogli, zu dessen Departement auch die Landwirtschaft gehört, freut sich.

Hans Lüthi
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Künftig soll in der Aargauer Landwirtschaft modern produziert werden.

Künftig soll in der Aargauer Landwirtschaft modern produziert werden.

Kenneth Nars

«Auf 80 Prozent Ja-Anteil habe ich gehofft, jetzt ist das Resultat noch deutlicher geworden», freut sich Finanzdirektor Roland Brogli, zu dessen Departement Finanzen und Ressourcen (DFR) auch die Landwirtschaft gehört. Für diesen wichtigen volkswirtschaftlichen Zweig sei das höchst positiv. Das Stimmvolk spreche damit den Bauern das Vertrauen aus, ebenso der Regierung, obwohl es ja nur um eine kleine Änderung der Verfassung gegangen sei.

Festgeschrieben wird darin eine leistungsfähige und nachhaltig produzierende Landwirtschaft. Aber es gehe auch um ein ganzes Gesetz für die Land- und Waldwirtschaft dahinter, um die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Bauern und die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung. Die Bedeutung von gesunden, qualitativ hochstehenden Lebensmitteln sei den Konsumentinnen und Konsumenten offensichtlich in hohem Mass bewusst.

Villiger beim Heuen überrascht

Wichtige Abstimmungen hin oder her, nach einer langen Regenperiode hat für einen aktiven Bauern das Heuen des zweiten Schnittes Vorrang. Beim ersten Anruf klingt es ganz so, als sei das Handy von Bauernpräsident Andreas Villiger in den Kreiselheuer gefallen. Beim zweiten Anruf, am Sonntag bei Traumwetter gegen 14 Uhr, erfährt der CVP-Grossrat die genau 82,55 Prozent Ja-Anteil durch uns. Villiger ist echt überrascht und hoch erfreut, «ich habe mit einem Drittel bis einem Viertel Nein-Stimmen-Anteil gerechnet. Jetzt staune ich, dass wir so gut auf Kurs sind.» Die im Aargau gewählte Vorwärtsstrategie habe für die Landwirtschaft sicher Zukunft. Trotz mehrfachen Gründen für Konflikte «haben die Aargauer Bauern offensichtlich eine gute Verankerung und geniessen viel Vertrauen in der Bevölkerung», nimmt Villiger mit Genugtuung zur Kenntnis.

Auch den nichtbäuerlichen Kreisen werde die Bedeutung von weltweit genügend und gesunden Nahrungsmitteln deutlicher bewusst. Mit den vor- und nachgelagerten Branchen seien Tausende von Arbeitsplätzen verbunden. Die grössten Sorgen sind für die Bauern nicht vom Tisch: Der hohe Frankenkurs verbillige importierte Produkte und verteuere den Käse beim Export zusätzlich.

57 bis 90 Prozent Zustimmung

Dank der sorgfältigen Handschrift von Finanzdirektor Roland Brogli und von Matthias Müller, Leiter von Landwirtschaft Aargau, war das Gesetz politisch unbestritten. Alle politischen Parteien und sämtlichen Verbände verfochten zwar die Ja-Parole, aber ausserhalb des Bauernverbandes Aargau ohne grosses Engagement. Dennoch sind so hohe Ja-Anteile selten, die Bezirke Aarau, Baden, Brugg und Rheinfelden bewegten sich über dem Kantons-Durchschnitt von 82,55 Prozent. Drei Gemeinden übersprangen sogar die 90-Prozent-Hürde an der Spitze das für fortschrittliches Denken bekannte Ennetbaden mit 90,59 Prozent Ja, Unterendingen mit 90,24 und Tägerig mit 90,08 Prozent Ja.

Die höchsten Nein-Anteile liefern die eher ländlichen Bezirke und die kleinen Gemeinden. Mehr als 25 Prozent Nein-Anteil gab es in 43 der insgesamt 219 Aargauer Gemeinden. Den höchsten Nein-Anteil verzeichnet Hellikon im Bezirk Rheinfelden mit 43,11 Prozent. Schlossrued erreichte 40,41 Prozent und Kirchleerau 38,18 Prozent Nein-Anteil.