Endlager
Brisanter Vorstoss: Reimann will Atom-Müll im Ausland entsorgen

Der Aargauer SVP-Nationalrat Maximilian Reimann will nächste Woche einen Vorstoss einreichen, wonach das Gesetz so geändert werden soll, dass Schweizer Atom-Abfall auch im Ausland entsorgt werden kann. Wo genau, das weiss Reimann allerdings nicht.

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Schweizer Atom-Müll im Ausland entsorgen: Warum nicht? findet der Aargauer SVP-Nationalrat Maximilian Reimann. (Archiv)

Schweizer Atom-Müll im Ausland entsorgen: Warum nicht? findet der Aargauer SVP-Nationalrat Maximilian Reimann. (Archiv)

Keystone

Im Aargauischen Bözberg oder im Zürcherischen Benken - dort, tief vergraben unter der Erde, soll dereinst unser Atom-Müll lagern. Widerstand der Bevölkerung hin oder her. Irgendwo muss der radioaktive Abfall schliesslich hin. Das Gesetz schreibt vor, dass in der Schweiz produzierter Atom-Müll auch in der Schweiz entsorgt werden soll.

Das muss aber nicht sein, findet der Aargauer SVP-Nationalrat Maximilian Reimann. Mit einem Vorstoss will er erreichen, dass das Kernenergiegesetz so geändert wird, dass die Entsorgung radioaktiver Abfälle auch im Ausland möglich wird, wie Reimann gegenüber dem Fernsehsender «TeleM1» sagt. Reimann: «Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es an einem anderen Ort auf der Welt eine idealere Endlagerstätte als in der Schweiz gibt. An dieser sollten wir uns beteiligen können, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet».

Wo genau, das weiss Reimann allerdings nicht. Das könne irgendeine Inselgruppe im Meer oder in ein Gebirge sein, welches praktisch nicht besiedelt ist . Reimann: «Dort, wo niemand wohnt, hat auch niemand Angst vor radioaktiv-verstrahltem Müll.»

Von dieser Idee hält Nagra-Chefin Corina Eichenberger (FDP) nichts: «Auf der einen Seite will man nicht mehr Ausländer in der Schweiz und die eigenen Produkte schützen. Aber den unbequemen Abfall will man ins Ausland exportieren.» Das sei verantwortungsloses Handeln, so Eichenberger gegenüber «TeleM1».

Eher skeptisch sieht auch Nationalrat Max Chopard (SP), Co-Präsident des Vereins «Kein Atommüll im Bözberg», Reimanns Vorschlag. Er kann sich eine Lagerung im Ausland jedoch vorstellen, «wenn auch die anderen Standorte in der Schweiz genauso wie der Bözberg ungeeignet wären.» Vor allem, jedoch, solle man aufhören, überhaupt Atom-Müll zu produzieren.

Maximilian Reimann will seinen Vorstoss nächste Woche im Bundeshaus eingeben. (rhe)

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