Brevetierung
Das sind die neuen «Aushängeschilder» für die Jagd im Kanton Aargau

Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen der Jagdprüfung haben auf der Habsburg ihren Fähigkeitsausweis erhalten.

Louis Probst
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Der Nachwuchs ist gesichert.

Der Nachwuchs ist gesichert.

Louis Probst

«Den aargauischen Jagdpass erhält man nicht im Schongang oder bequem vom Sofa aus», betonte Urs Wunderlin, der Präsident der Jagdprüfungskommission, an der Brevetierungsfeier auf Schloss Habsburg, die von den Fricktaler Jagdhornbläsern begleitet wurde. In seinem Rückblick attestierte er den Jungjägerinnen und Jungjägern, welche die anforderungsreiche Prüfung bestanden haben – «auch wir von der Prüfungskommission leiden jeweils mit», versicherte Urs Wunderlin – ein sehr gutes Leistungsniveau.

Von den 47 Kandidatinnen und Kandidaten, die sich der Prüfung gestellt hatten, haben 39 bestanden. Das Altersspektrum reicht von 19 bis zu 66 Jahren. «Ihr habt eine tadellose Leistung erbracht und dürft stolz sein», wandte sich Urs Wunderlin an die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der Jagdprüfung. «Die Kenntnisse des Grundhandwerks habt Ihr erworben. Es liegt jetzt an Euch weiterzumachen.»

Jagen brauche Zeit, gab er zu bedenken und rief die Jungjägerinnen und Jungjäger auf, sich zu engagieren. «Ihr seid die neuen Aushängeschilder der Aargauer Jagd», betonte er.

Jagd in einem dynamischem Umfeld

Er habe sich lange überlegt, ob er nun als Jäger oder aber als Förster sprechen solle, so Fabian Dietiker, der Leiter der Abteilung Wald im Departement BVU des Kantons Aargau. Nachdem er von einigen prägenden Erlebnissen aus seinem jagdlichen Werdegang berichtet hatte, nahm er, wie er sagte, einen Rollenwechsel vor.

Wolf zieht gelegentlich durch, der Rothirsch kommt

«Die Erfüllung der jagdlichen Aufgaben erfolgt in einem dynamischen Umfeld», stellte er fest. Dabei erwähnte er die aktuellen Themen Klimawandel, «neue» Tierarten sowie zunehmende Nutzung des Waldes für Freizeit und Erholung. «Die Erwärmung zeigt ihre Auswirkungen» so Dietiker. «Und während der Wolf im Aargau gelegentlich durchzieht, ist die Wiederbesiedelung durch den Rothirsch in vollem Gang. Auch die Besiedelung durch den Biber ist weit fortgeschritten.» Zudem würden sich weitere Arten – wie etwa Waschbär, Nutria oder Rotgans – bemerkbar machen. «Das Management der ‘neuen‘ Tierarten ist sehr anforderungsreich», stellte er fest.

Und zu den Auswirkungen der Freizeit- und Erholungsnutzung des Waldes erklärte er, dass eine Lenkung der Schlüssel für die Lösung sein werde. Klimawandel hat auch Auswirkung auf die Jagd Diese Trends – Klimawandel, neue Tierarten und zunehmende Freizeit- und Erholungsnutzung des Waldes – hätten Auswirkungen auf die jagdlichen Aufgaben konstatierte Fabian Dietiker. Er lobte das Projekt «Jagd 2025» von Jagd Aargau, welches sich mit den Herausforderungen für die Jagd befasst, und er gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass es eine gute Zusammenarbeit braucht, um den Herausforderungen begegnen zu können.

«Der Jagdpass ist kein Selbstläufer»

Die Hauptrolle der Feier – die Übergabe des mit einem Eichenbruch geschmückten Jagdpasses – fiel Regierungsrat Stephan Attiger zu. Unterstützt wurde er dabei, wie er sagte, durch den (ausgestopften) Keiler Bruno, sozusagen einem Stammgast an den Brevetierungsfeiern. «Schloss Habsburg ist ein würdiger Ort für eine würdige Übergabe», sagte Regierungsrat Attiger. Er gratulierte den Jungjägerinnen und Jungjägern und betonte: «Dass 39 von 47 Anwärterinnen und Anwärtern die Prüfung bestanden haben zeigt, dass der Jagdpass kein Selbstläufer ist».