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Brennende WCs, Eule im Kamin und defekte Lifte – die kuriosen Einsätze der Aargauer Feuerwehren

Die Aarauer und Badener Feuerwehren sind in den letzten fünf Jahren vor allem wegen Bränden, Unfällen und Hochwasser ausgerückt – aber nicht nur. Manchmal haben die Einsatzkräfte etwas erlebt, dass sie ihren Enkelkindern noch erzählen könnten.

Enten. Viele Enten. Entenfamilien, Entenbabys, Entenwaisen – auf Strassen, in Löchern, in der Kanalisation – überall, nur nicht da, wo sie eigentlich hingehören. Wirft man einen Blick in die Einsatzstatistiken der letzten fünf Jahre, halten Enten die Feuerwehren ordentlich auf Trab.

Zum Beispiel in Aarau: "Einsatz 81, hinter Waffen-Pauli. Ereignis: Tierrettung, Entenküken. Hilfeleistung: Tiere gesucht, Strecke abgelaufen. Bemerkung: Keine Entchen gefunden." Mehr Glück hatten die Feuerwehrleute bei Einsatz 54. "Tierrettung an der Laurenzenvorstadt. Enten eingefangen und im Kanti-Teich wieder ausgesetzt." 

Und weil die Aarauer Feuerwehr ihre Einsätze besonders fleissig dokumentiert:

Auch andere Tiere sorgen ab und an für einen Schlamassel: Ein Pferd steckt in einem Loch fest, eine Eule im Kamin, Vögel oder Tauben in Netzen, ein Hund entwischt aufs Dach, Katzen bleiben in Fenstern stecken oder Bienenschwärme müssen eingefangen werden.

Im Falle der beiden Vögel bewies die Feuerwehr ein grosses Herz: "Taube im Tierpark Roggenhausen abgegeben, da sie verletzt war!", wird im Protokoll vermerkt. Oder: "Vogel befreit, zur Kontrolle zum Tierarzt gebracht und anschliessend freigelassen." Drei Männer waren dafür im Einsatz. 

Zum Schmunzeln ist der Fall eines Büsis aus Biberstein, das sich nicht mehr vom Baum traute. "Einsatzobjekt: Katze auf Baum. Aufgebot: Einzelaufgebot", steht beim Einsatz. Und dann unter Bemerkungen: "Bei der Kontrolle war die Katze bereits selbst heruntergekommen." 

84 Einsätze wegen Personen im Lift

Kommen wir zu den Menschen. Abgesehen von der Tatsache, das wir meist der Verursacher von Bränden und Unfällen sind, haben wir einen grossen, gemeinsamen Feind: Die Technik – genauer: Lifte. Zwei Mal im Manor in Aarau, im Kasernengebäude, beim Parkplatz Flösserplatz, im Badener Bahnhof und sehr, sehr häufig in Mehrfamilienhäusern: Personen, die in Aufzügen feststecken und sich nicht mehr befreien können. Retter in der Not ist natürlich die Feuerwehr.

Rund 85 Mal mussten die Truppen aus Baden und Aarau in den letzen fünf Jahren ausrücken, um Menschen aus Liften zu retten. Treppenlaufen ist also nicht nur gesund, sondern anscheinend auch sicherer. 

Nebst der Technik ist das Wetter ebenso unberechenbar. Die Aarauer Feuerwehr rückte dieses Jahr zehn Mal wegen "Sturmwindes" aus. Der ist nicht nur Schuld an abgedeckten Ziegeln, angebrochenen Ästen und umgeknickten Bäumen, sondern auch an Partyzelten auf dem Hausdach.

Brennende Toiletten in Aarau

Nun zu vermutlich menschlichem Versagen. Eine Person hat sich an einem Samstagabend, kurz vor 1.00 Uhr, ausgeschlossen. Wer hilft? Zwei Feuerwehrmänner.

Auch als sich jemand in einem Fachgeschäft den Fuss in einem Velo einklemmt, sind die Männer schnell vor Ort. Im Protokoll notieren sie: "Fahrrad zerlegt und Fuss befreit." Gut zu wissen: Sollten Sie sich den Daumen einklemmen, ist die Feuerwehr auch zur Stelle. 

In Baden fallen vor allem Toiletten negativ auf. Entweder brennt ein Toi Toi oder ein Pissoir, der Papierkorb auf dem WC – oder es müssen Personen aus Kabinen befreit werden. Die Badenfahrt hat dabei sicher keine geringe Rolle gespielt...

Natürlich sind die Einsätze der Feuerwehren nicht nur zum Schmunzeln. Auf der Website lodur-ag.ch kann man sich ein genaues Bild davon machen, wie oft die Truppen uns vor Bränden, Hochwasser und Sturm beschützt haben. Aber es ist trotzdem schön zu wissen, dass man auch sonst auf die Einsatzkräfte zählen kann. 

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